ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2014Börsebius: Späte Geschenke

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Börsebius: Späte Geschenke

Dtsch Arztebl 2014; 111(51-52): A-2288 / B-1932 / C-1852

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An und für sich wollte ich Ihnen heute und an dieser Stelle erzählen, wie ich mir das nächste Börsenjahr vorstelle. Doch die Tagesaktualität und eine besondere Dringlichkeit haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und so muss das Thema „Wie das Jahr wird“ sich noch ein wenig gedulden.

Nein, es geht heute um ein – für Verbraucher – besonders wichtiges Urteil in Sachen Bearbeitungsgebühren für Bankkredite. Und das geht im Grund fast jeden an. Wer hat nicht in den letzten Jahren irgendeinen Kredit abgeschlossen und dafür happige Bearbeitungsgebühren gezahlt?

Ziemlich klar urteilte unlängst das höchste deutsche Gericht in der Sache, wonach Bearbeitungsgebühren für einen Kredit zurückzuzahlen seien (Az.: XI ZR 405/12). Punkt. Die Richter des Bundesgerichtshofs (BGH) schoben denn auch direkt ein zweites Urteil nach, nach dem die Forderungen des Verbrauchers mitnichten in drei, sondern erst in zehn Jahren verjährt seien. Punktum. Nichts da also mit kurzen Verjährungsfristen. Das erste Urteil des BGH, so die Richter des Bundesgerichtshofes, habe insoweit rückwirkend für zehn Jahre Bestand. Verjährt seien also nur Forderungen aus der Zeit vor 2004 (Az.: XI ZR 348/13 und XI ZR 17/14).

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So großartig der Richterspruch für die Verbraucher klingt, so wenige Betroffene nutzten bislang ihre Rechte und verschenken auf diesem Weg Milliarden. Die bisherige traurige Erfahrung zeigt, dass nur ein kleiner Teil bislang Geld von den Banken zurückgefordert hat.

Das aber ist fatal. Denn ein Großteil der Ansprüche verjährt zum Jahresende unwiderruflich, wenn der Kunde nicht sogenannte verjährungshemmende Maßnahmen getroffen hat. Da reicht aber ein normaler Brief an die Bank in der Regel nicht mehr aus. Sichere Abhilfe schafft hier nur ein Mahnbescheid.

Späte Geschenke können demnach noch viel Freude bereiten. Lohnend sind sie allemal. Es gilt nur, sie rechtzeitig einzufordern. Die Zeit ist aber knapp, und gut Ding duldet keinen Aufschub.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 3. Januar 2015 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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