ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2015Flüchtlinge: Bessere Gesundheitsversorgung gefordert

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Flüchtlinge: Bessere Gesundheitsversorgung gefordert

Korzilius, Heike

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Eine „menschenrechtskonforme“ Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland hat das Deutsche Institut für Menschenrechte anlässlich des „Flüchtlingsgipfels“ der Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin am 11. Dezember gefordert. Überfüllte Massenunterkünfte und die massiv eingeschränkte Gesundheitsversorgung verletzten die Rechte der Menschen, die nach einer Flucht vor Krieg, Terror oder Verfolgung Schutz in Deutschland suchten, kritisierte deren Direktorin Beate Rudolf. Die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auf Schmerzen und akute Erkrankungen begrenzte Gesundheitsversorgung sei mit großen bürokratischen Hürden verbunden. Sinnvoll wäre es, Flüchtlinge in die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung aufzunehmen. Damit könnten auch administrative Hürden aus dem Weg geräumt werden, die Flüchtlinge daran hinderten, zum Arzt zu gehen, was zur Verschleppung von Krankheiten führen könne.

Viele Menschen auf engem Raum: Die Unterbringung von Flüchtlingen stößt auf Kritik. Foto: dpa
Viele Menschen auf engem Raum: Die Unterbringung von Flüchtlingen stößt auf Kritik. Foto: dpa

Zuvor hatte auch die Bundes­psycho­therapeuten­kammer gefordert, Flüchtlinge sollten eine Krankenbehandlung erhalten, wie sie in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung festgelegt sei. Zwar hätten diese einen Anspruch auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen. Den für die Genehmigung einer Psychotherapie zuständigen Amtsärzten und Sachbearbeitern in den Landesbehörden fehle aber häufig die Qualifikation, um einen Behandlungsbedarf einzuschätzen. Anträge auf Psychotherapie würden deshalb häufig abgelehnt. HK

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