ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2015„Pille danach“: Künftig auch in Deutschland rezeptfrei

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„Pille danach“: Künftig auch in Deutschland rezeptfrei

Dtsch Arztebl 2015; 112(3): A-62 / B-54 / C-54

Korzilius, Heike

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Die „Pille danach“ soll künftig auch in Deutschland rezeptfrei erhältlich sein. Das hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium am 8. Januar angekündigt. Es folgt damit einer Entscheidung der EU-Kommission. Das deutsche Recht solle für beide Präparate angepasst werden, die derzeit auf dem Markt seien, erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Dabei handelt es sich um die Wirkstoffe Ulipristalacetat (EllaOne) und Levonorgestrel (Pidana). Gröhe erklärte, dass er weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate sicherstellen wolle. Er kündigte an, Frauenärzte, Apotheken sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einzuladen, um gemeinsam Kriterien für eine solche Beratung in den Apotheken zu entwickeln.

Beratung in den Apotheken soll künftig das Rezept für die Pille danach ersetzen. Foto: dpa
Beratung in den Apotheken soll künftig das Rezept für die Pille danach ersetzen. Foto: dpa

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) halten hingegen die Beratung beim Frauenarzt nach wie vor für die optimale Lösung. Die Rezeptpflicht und die frauenärztliche Beratung hätten dazu beigetragen, dass Deutschland in Europa und weltweit mit seiner niedrigen Rate an Schwangerschaftsabbrüchen einen Spitzenplatz einnehme, erklärten die drei Organisationen. Sie kündigten aber an, sich Gesprächen trotz ihrer Bedenken nicht zu verweigern, sollte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Gröhe die Frauenärzte auffordern, gemeinsam mit den Apothekern eine Beratungslösung zu erarbeiten.

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Ende November hatte die europäische Zulassungsbehörde EMA empfohlen, das Notfallkontrazeptivum Ulipristalacetat, das zentral über die EU zugelassen wurde, aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Im Januar entschied die EU-Kommission, der Empfehlung zu folgen. HK

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