ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2015Ambulante Vergütung: Die Realität!
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Zu dem oben genannten Beitrag muss ich doch einen Kommentar abgeben. Inhaltlich ist dieser Artikel nämlich so nicht verwertbar: Sie schreiben, dass der kalkulatorische Arztlohn gemäß EBM bei 105 000 Euro liege . . . Wie ist „Arztlohn“ definiert? . . . Umsatz, Umsatz minus Betriebskosten oder Umsatz minus Betriebskosten minus halbe Sozialversicherungsleistungen? Bei Letzterem erst wäre der Arztlohn mit dem des Oberarztes im Krankenhaus vergleichbar. Zu Ihrer Information: Ein niedergelassener Orthopäde in Hamburg bekommt ein Individuelles Leistungsbudget pro Quartal von circa 40 000 Euro. Das entspräche einem Umsatz von 160 000 Euro EBM pro Jahr. Bei so einer Praxis ist mit Betriebskosten von 60 Prozent zu rechnen. Wenn ich nur diesen Anteil in Abzug bringe, verbleibt ein Arztlohn von 64 000 Euro EBM. Ziehe ich noch die halben Versicherungsleistungen ab, verbleibt ein Arztlohn von circa 50 000 Euro vor Steuer. Das ist die Realität!

Ein Absatz weiter sprechen Sie von Einkommen niedergelassener Ärzte. Dieses solle 150 000 bis 175 000 Euro betragen. Welches Einkommen meinen Sie denn nun? Ein Absatz weiter sprechen Sie von Honorar, auch hier wieder, welches Honorar meinen Sie? Noch später berichten Sie von Stundenlohn. Stundenumsatz, mit oder ohne Betriebskosten? . . .

Ich muss mich nicht wundern, dass die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse der niedergelassenen Ärzteschaft nicht wahrgenommen werden, wenn so grundlegende betriebswirtschaftliche Daten nicht sauber verglichen werden . . .

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Dr. Manfred Partsch vom GKV-Spitzenverband hat recht. Die Versorgung funktioniert doch gut. Stimmt. Weil wir uns mit IGeL-Leistungen hochhalten und das marode gesetzliche System mit dem privaten System ständig quer subventionieren, um am Leben zu bleiben.

Dr. med. Carsten Timm, 22523 Hamburg

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