ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2015Ambulante Vergütung: Missachtung der sprechenden Medizin
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Zu dem oben genannten Artikel möchte ich folgende Anmerkung machen: Am Ende dieses Artikels wird Dr. Manfred Partsch vom GKV-Spitzenverband zitiert: „Wir sind nicht dafür verantwortlich, freiberuflich tätigen Ärzten ein hohes Einkommen zu zahlen, sondern die Versorgung sicherzustellen.“

Meint Herr Dr. Partsch damit seine Versorgung (es ist wohl zu vermuten, dass er über ein entsprechend hohes Gehalt verfügt) oder die Versorgung seiner Kunden/unserer Patienten. Im Falle des letztgenannten Personenkreises dazu ein Beispiel, das als Extrem den Vorstellungen von Herrn Dr. Partsch entsprechen dürfte. Die KV Bayerns hat vor geraumer Zeit die folgende Ziffer eingeführt: 99215. Legende: Kennziffer Arzt-Patientenkontakt. EBM: 0,00 Punkte, Euro: 0,00! Laut Begleitmitteilung soll diese Ziffer immer dann zum Ansatz kommen, nachdem die Grundpauschale bereits angesetzt wurde und im gleichen Quartal weitere Patientenkontakte (zum Beispiel telefonische Beratungen, Erörterungen vor Operationen, Befundbesprechungen von Untersuchungsergebnissen oder Histologien etc.) stattfinden. Bisher wurde leider keine Statistik veröffentlicht, die Auskunft zur Häufigkeit des Ansatzes dieser Ziffer gibt. In dieser Ziffer kommt auch die ausgeprägte Missachtung der sprechenden Medizin zum Ausdruck, ein Umstand, der einer dringendsten Korrektur bedürfte. Denn die Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen dürfte nach wie vor Sprechstunden abhalten. Dies gelte es, auch den Krankenkassen klar und eindeutig in Honorarverhandlungen zu vermitteln!

Dr. med. Ludger Koch, 63808 Haibach

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