ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2015Bildband: Fes – Suche nach der Seele einer Stadt

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Bildband: Fes – Suche nach der Seele einer Stadt

Korzilius, Heike

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Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war es „Ungläubigen“ untersagt, die Altstadt von Fes in Marokko zu betreten. Bis heute hat sich die Stadt viele Geheimnisse bewahrt. Das Labyrinth der Gassen, in denen auch im 21. Jahrhundert noch Esel die Autos ersetzen, bleibt für Fremde undurchdringlich.

Fes – Die Mutter aller Städte beschreibt als erstes Buch den Alltag in der größten arabischen Altstadt der Welt.
Fes – Die Mutter aller Städte beschreibt als erstes Buch den Alltag in der größten arabischen Altstadt der Welt.

Mit seinem Bildband „Fes – die Mutter aller Städte“ ist es dem Kölner Fotografen und Grafiker Eberhard Hahne gelungen, der 1 200 Jahre alten Medina ihre Geheimnisse zu entlocken. „Als Spaziergänger mit Kamera“ fängt er Eigentümlichkeiten und Charaktere von Menschen und Orten ein, macht Verborgenes sichtbar und erinnert durch die Gegenüberstellung historischer und neuer Fotografien an Vergangenes und Bewahrtes. Informative und kurzweilige Texte über Handwerk und Handel, über Kultur und Spiritualität werden ergänzt von originellen Zitaten historischer Persönlichkeiten über ihre Begegnung mit dem „Orient im alten Fes“.

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Man merkt Hahne die Faszination über eine Stadt an, die ihn die vergangenen 40 Jahre nicht losgelassen hat. Sentimental wird es aber nie: Er spart die Armut nicht aus, die die Menschen in der Altstadt von Fes verharren lässt, beschreibt die Bemühungen der UNESCO zum Erhalt des Weltkulturerbes und betrachtet kritisch unerwartete Perspektiven: Investoren haben das touristische Potenzial der Stadt erkannt und marode Paläste in versteckte Riads Hotels umgewandelt. Das bringt Geld in die Stadt, verdrängt aber auch kleine Quartiersläden und Handwerksbetriebe zugunsten von Restaurants, Teppichläden und Souvenirshops.

„Mit meinen Aufnahmen möchte ich das traditionelle Leben in den Gassen der ewig alten und ehrwürdigen Medina von Fes vor dem Vergessen bewahren“, schreibt Hahne in seinem Vorwort. Jedenfalls hat er der Stadt erstmals ein liebevolles Denkmal gesetzt, bevor auch sie das Schicksal anderer Museumsstädte unserer Welt teilt. Erhältlich ist der 207 Seiten umfassende Bildband bei Amazon oder unter www.eberhard-hahne.com.

Heike Korzilius

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