ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2015Börsebius: So wird das Jahr

GELDANLAGE

Börsebius: So wird das Jahr

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Oh, mein Gott, die trauen sich ja gar nichts. Das Handelsblatt befragte noch vor dem Jahreswechsel renommierte Experten, welche Kursavancen sie dem DAX denn für das kommende Jahr wohl zubilligen würden. Zwischen 9 500 (DZ Bank) und 11 800 (Barclays) reichte die Prognosespanne, wobei die meisten der befragten Adressen näher am Durchschnitt von 10 706 Indexpunkten lagen.

Nun weiß die Wissenschaft, dass Prognosen deswegen so schwierig sind, weil sie auf die Zukunft ausgerichtet sind. En Detail gibt es ja auch genügend Studien, die nahelegen, solchen Schätzungen nicht zu trauen. Die DAX-Verläufe in den ersten Wochen 2015 lassen erahnen, wie schwierig das Jahr möglicherweise wird: An einem Börsentag stiegen die Kurse im zweistelligen Prozentbereich, um dann am nächsten Tag in gleicher Größenordnung nachzugeben.

Es sieht so aus, als würden die Schwankungsbreiten dieses Jahr deutlich zunehmen. Warum? Ich glaube schon, dass das Verhalten der Europäischen Zentralbank (EZB) großen Einfluss hat, vor allem bei der Frage, wie die kolportierten Anleihekäufe von den Finanzmärkten aufgenommen werden. Die Einschätzungen, ob die so genannten Quantitativen Easing-Programme den Märkten eher schaden oder nützen, differieren sehr stark. Ich sehe deshalb den DAX in einer breiteren Spanne zwischen 7 000 und 13 000 Indexpunkten schwanken, aber durchaus mit einer Tendenz zum Guten Richtung Jahresende.

Anzeige

Dies ergibt sich vor allem aus dem jüngsten Votum des Generalanwaltes beim Europäischen Gerichtshof (EuGH), nach dem die Zentralbank in Sachen Anleihekäufe einen Blankoscheck ausgestellt bekam. Die EZB kann also jetzt nach Herzenslust Anleihen kaufen und wird diesen Freibrief wohl auch intensiv nutzen. Sollte der DAX tatsächlich in dieser Bandbreite schwanken, ist die Stunde der Trader gekommen. Bei niedrigen Kursen einsteigen und bei hohen wieder verkaufen, heißt also die Devise. Allerdings bedarf es hierzu starker Nerven. Und die hat nicht jeder.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Nicht wie an jedem 1. Samstag des Monats, sondern erst am 14. Februar 2015 können Sie in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote