ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2015Diskussion um geplante Explantation: Prüfungskommission: Hirntod war eingetreten

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Diskussion um geplante Explantation: Prüfungskommission: Hirntod war eingetreten

Dtsch Arztebl 2015; 112(4): A-111 / B-99 / C-95

Siegmund-Schultze, Nicola

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Organentnahme: Der Tod des Spenders muss den Richtlinien entsprechend festgestellt worden sein. Foto: dpa
Organentnahme: Der Tod des Spenders muss den Richtlinien entsprechend festgestellt worden sein. Foto: dpa

Im Fall einer vermeintlich nicht ordnungsgemäßen Hirntoddiagnostik in einem norddeutschen Krankenhaus hat die gemeinsame Prüfungs- und Überwachungskommission von Bundes­ärzte­kammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen festgestellt, dass die Organspenderin vor der geplanten Organentnahme hirntot war. Zuvor hatten Medien berichtet, die Organentnahme sei abgebrochen worden, weil es Unklarheiten bei der Diagnostik gegeben habe: Diese hätten die Dokumentation und eines der Untersuchungsverfahren betroffen, den Apnoetest. Es sei aber lediglich auf Dokumentationsprobleme hingewiesen worden.

Diesen Vorwurf weist die Kommission zurück. „Wir stellen ausdrücklich klar, dass der Apnoetest, dessen Durchführung in diesem Fall nicht die Vorgaben der Richtlinie zur Feststellung des Hirntods erfüllte, nicht als Dokumentationsfehler gewertet wurde. In den Richtlinien heißt es auch mit Bezug auf den Apnoetest: ,Die Irreversibilität der klinischen Ausfallsymptome kann – außer durch die Verlaufsbeobachtung – alternativ nachgewiesen werden durch Null-Linien-EEG oder Erlöschen evozierter Potentiale oder zerebralen Zirkulationsstillstand’. Eine solche Untersuchung ist in Bremerhaven vorgenommen worden.“

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Die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) teilte in einer Stellungnahme mit, sie sei an einer umfassenden, fachlich sorgfältigen Bewertung interessiert und habe dabei volles Vertrauen in die Arbeit der Prüfungs-und Überwachungskommissionen. Der entnehmende Chirurg brauche grundsätzlich Rechtssicherheit, dass der Tod nach den geltenden Richtlinien korrekt festgestellt worden sei. nsi

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