ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2015Teilnahmebereitschaft am Mammographie-Screening

MEDIZIN: Originalarbeit

Teilnahmebereitschaft am Mammographie-Screening

Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Fragebogenstudie zur Rezeption einer neuen Informationsbroschüre

Willingness to participate in mammography screening—a randomized controlled questionnaire study of responses to two patient information leaflets with different factual content

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(5): 61-8; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0061

Gummersbach, Elisabeth; Schmitten, Jürgen in der; Mortsiefer, Achim; Abholz, Heinz-Harald; Wegscheider, Karl; Pentzek, Michael

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Hintergrund: Seit 2010 erhalten 50–69-jährige Frauen mit dem Einladungsschreiben zum Mammographie-Screening eine neue Informationsbroschüre, die mehr relevante Fakten als die alte Version enthält. Inwiefern sich der unterschiedliche Informationsgehalt der Broschüren auf die Entscheidung auswirkt, ist unklar.

Methode: 792 Frauen im Alter von 48–49 Jahren erhielten – randomisiert und verblindet – die alte oder neue Broschüre. Mit Hilfe von Fragebögen, die den Sendungen beilagen, wurden folgende Parameter erhoben: Teilnahmebereitschaft, Wissen über das Mammographie-Screening, Entscheidungssicherheit, Erfahrungen mit Brustkrebs und demografische Daten.

Ergebnisse: Von 370 zurückgesendeten Fragebögen (Rücklauf 46,7 %) waren 353 auswertbar. Die Teilnahmebereitschaft unterschied sich zwischen den Gruppen mit neuer versus alter Broschüre nicht signifikant: 81,5 % (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 75,8–87,2 %) versus 88,6 % (95-%-KI: 83,9–91,3 %, p = 0,060). Bei Frauen mit Brustkrebserfahrung (18,7 %) zeigte sich in einer Post-hoc-Analyse eine höhere Teilnahmebereitschaft nach der Lektüre der neuen Broschüre (Interaktions-p = 0,014). Beim Wissen gab es keinen Gruppenunterschied (p = 0,260). Die subjektive Entscheidungssicherheit war mit der alten Broschüre höher (p = 0,017). Meistgenannte Einflussfaktoren auf die Teilnahmeentscheidung waren Erfahrungen mit Brustkrebs im persönlichen Umfeld (26,5 % der Nennungen) und eine Empfehlung durch einen Arzt (48,2 %). Broschüren (3,6 %) und sonstige Faktoren spielten eine untergeordnete Rolle.

Schlussfolgerung: Ob die Studienteilnehmerinnen eine faktenreichere oder -ärmere Broschüre erhalten hatten, beeinflusste weder ihr Wissen noch ihre Teilnahmebereitschaft zum Mammographie-Screening. Auch wurde die Informationsbroschüre nicht als Entscheidungshilfe wahrgenommen. Möglicherweise bedarf eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Screening-Teilnahme einer qualifizierten Gesprächsbegleitung.

LNSLNS

Ziel der Brustkrebsfrüherkennung durch Mammographie-Screening ist es, die Brustkrebs-Sterblichkeit zu senken. In Deutschland wird 50–69-jährigen Frauen die Teilnahme empfohlen; in dieser Gruppe liegt die Brustkrebsletalität bei vier bis sechs Fällen in zehn Jahren (1, 2). Man geht davon aus, dass bei zweijährlicher Teilnahme in zehn Jahren ein bis drei von 1 000 Teilnehmerinnen weniger an Brustkrebs sterben als ohne Mammographie-Screening (38).

Diesem – allerdings zunehmend umstrittenen (37) – kollektiven Nutzen steht ein kollektiver Schaden durch falschpositive Befunde, Folgediagnostik, Überdiagnosen und Übertherapie gegenüber: Von 1 000 Frauen, die zweijährlich über zehn Jahre ein Screening erhalten, werden 100–300 mindestens einmal primär falschpositiv getestet und 20–60 infolge falschpositiver Screening-Befunde biopsiert. So können zum Teil erhebliche psychische Belastungen auftreten. Darüber hinaus werden von diesen 1 000 Frauen ein bis fünf unnötig onkologisch therapiert (38).

Gemäß dem Konzept des „informed consent“ (= Einwilligung nach Aufklärung) sind Frauen über Nutzen und Risiken umfassend aufzuklären, um ihnen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Inwiefern sich eine umfassende Aufklärung auf die Teilnahmebereitschaft auswirkt, ist dabei unklar (815). Ein Rückgang der Teilnahmebereitschaft aus jedwedem Grund könnte die Kosteneffektivität der Screening-Maßnahme infrage stellen, da die Investitions- und Durchführungskosten im Wesentlichen unverändert bleiben, aber weniger Frauen vom Screening profitieren würden (16). Die gesundheitsökonomische Perspektive muss jedoch hinter der individualethischen Sichtweise zurücktreten (17), wie die 2013 novellierte Gesetzgebung bekräftigt hat (18).

In diesem Spannungsfeld – zwischen Aufklärungsverpflichtung und Kosteneffektivität – befindet sich die Informationsbroschüre, die in Deutschland der offiziellen Einladung an potenzielle Screening-Teilnehmerinnen beiliegt. Die Frauen erhalten mit der Einladung einen direkten Zugang zur Mammographie, ohne dass zuvor ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt erfolgen muss. Bis Ende 2010 erhielten Frauen in Deutschland mit dem Einladungsschreiben zum Mammographie-Screening eine Informationsbroschüre, die als faktenarm kritisiert wurde (19). Seither wird eine neue Broschüre verschickt, die vor dem Hintergrund zunehmender Kritik entwickelt wurde. Diese wurde zwar auch nicht nach den Kriterien für evidenzbasierte Patienteninformationen erstellt (20), enthält jedoch deutlich mehr entscheidungsrelevante Informationen als die alte Broschüre (21). Damit stellt sich die Frage, ob das höhere Maß an Informationen in der neuen Broschüre die Teilnahmebereitschaft vermindert oder erhöht und wie es sich auf das Wissen und die Entscheidungssicherheit auswirkt.

Methoden

Studiendesign, Stichprobe und Rekrutierung

In einer randomisierten kontrollierten Untersuchung verglichen die Autoren die bis 2010 verwendete („alte“) mit der seit 2010 genutzten („neuen“) Broschüre hinsichtlich ihrer Effekte auf die Teilnahmebereitschaft und das Wissen der Frauen bezüglich des Mammographie-Screenings (22).

Mit der Hilfe von 33 Hausarztpraxen in NRW rekrutierten die Autoren Studienteilnehmerinnen im Alter von 48–49 Jahren. Frauen dieser Altersgruppe stehen kurz vor ihrer ersten Einladung zum Screening. Sie dürften sich von dem Thema in ähnlicher Weise angesprochen fühlen wie 50-jährige Frauen, doch wurde ihnen die Informationsbroschüre bisher noch nicht zugesandt. Die teilnehmenden Praxen erstellten pseudonymisierte Listen aller Patientinnen dieses Alters, die während der letzten acht Quartale vorstellig geworden waren.

Daraus wählten die Autoren computergestützt anhand von Zufallsnummern 24 Frauen pro Praxis aus, von denen zwölf die neue (Gruppe A) und zwölf die alte (Gruppe B) Broschüre erhielten. Dabei erfolgte die Zuweisung zur Gruppe A beziehungsweise B zufällig. Die Umschläge wurden von den Autoren mit den Pseudonymen beschriftet, anschließend von den Hausarztpraxen adressiert und versendet. Die Teilnehmerinnen und Hausärzte, nicht aber das Studienteam, waren bezüglich der Gruppenzuteilung verblindet. In einem Anschreiben wurden die Teilnehmerinnen gebeten, den beiliegenden Fragebogen nach Lektüre der Broschüre auszufüllen und im beigefügten Freiumschlag zurückzusenden. 

Fragebogen

Der Fragebogen wurde auf Basis veröffentlichter, teilweise validierter Fragebögen (23, 24) sowie entsprechend anerkannter methodischer Standards für Item-Konstruktion und Formulierung entwickelt (25). Nach einem Vortest unter 15 Frauen wurden Ausdruck und Skalierung im Fragebogen noch einmal geringfügig modifiziert.

Teilnahmebereitschaft

Ob die Teilnehmerinnen sich zum Zeitpunkt der Befragung für ein Mammographie-Screening entscheiden würden, war eine Ja-Nein-Frage (primärer Endpunkt) (eTabelle 1). Die Autoren testeten die ungerichtete Hypothese, dass sich die Teilnahmebereitschaft zwischen Gruppe A (neue Broschüre) und Gruppe B (alte Broschüre) unterscheidet.

Beschreibung der Stichprobe
Beschreibung der Stichprobe
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen
eTabelle 1
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen

Wissen

Fünf Fragen maßen das „objektive Wissen“ über Vorteile und Risiken des Mammographie-Screenings (Score: 0–10) (eTabelle 1), das als relevant für eine informierte Entscheidung gilt (20, 2224).

Die Selbsteinschätzung des eigenen Wissens („subjektives Wissen“) wurde mit zwei Items auf einer 4-stufigen Skala (1 = „weiß gar nicht Bescheid“ bis 4 = „weiß sehr gut Bescheid“) erfragt.

Entscheidungssicherheit

Die Sicherheit der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme wurde mittels einer 6-Punkte-Skala von „sehr unsicher“ bis „absolut sicher“ ermittelt (eTabelle 1).

Weitere Fragen und Einflussgrößen

Die Autoren erkundigten sich, welche der folgenden Quellen die wichtigste Rolle bei der Entscheidung der Studienteilnehmerinnen spielte:

  • Arztempfehlung
  • Medienberichte
  • Informationsbroschüre
  • Freunde und Verwandte
  • persönliche Erfahrungen mit Brustkrebs.

Als mögliche Einflussgrößen wurden Bildung, Familienstand, Zusammenleben, Muttersprache und persönliche Erfahrungen mit Brustkrebs (keine/im Bekannten- oder entfernten Verwandtenkreis/in der direkten Verwandtschaft/selbst betroffen) eruiert.

Ethikvotum und Registrierung

Die Ethikkommission des Universitätsklinikums Düsseldorf genehmigte die Studie (22. 2. 2012, Nr. 3797). Zudem wurde sie bei TRIALS registriert (DRKS00004271).

Statistische Analyse

Die Fallzahlplanung basierte auf einem minimal als relevant angenommenen Unterschied von 15 % in der Teilnahmebereitschaft zwischen den beiden Gruppen. Um einen solchen Effekt mit einer Teststärke (Power) von 80 % nachzuweisen, werden pro Gruppe 173 Frauen benötigt (N = 346). Obwohl die Arztpraxen die Teilnehmerinnen rekrutierten, wurde der Studie kein Clustereffekt unterstellt, weil eine Beratung zum Mammographie-Screening in der Regel nicht in der hausärztlichen Praxis stattfindet. Darüber hinaus gehen Frauen dieser Altersgruppe selten zum Arzt. Auch im Studienablauf kam den Ärzten keine aktive Rolle zu. Bei einer erwarteten Rücklaufquote von 50 % wurde das Rekrutierungsziel auf 692 Teilnehmerinnen festgelegt.

Gruppenunterschiede im primären Endpunkt „Teilnahmebereitschaft Ja/Nein“ wurden protokollgemäß mit dem Likelihood-Ratio-Chi-Quadrat-Test bei zweiseitigem α von 5 % auf Signifikanz geprüft (ungerichtete Hypothese). Analog dazu wurden univariate Gruppenvergleiche von nominalskalierten Merkmalen mit Chi-Quadrat-Tests ausgewertet. Gruppenvergleiche von Rangskalen (objektives und subjektives Wissen) beziehungsweise von kontinuierlichen Skalen (Alter) wurden mittels Mann-Whitney-U-Tests beziehungsweise t-Tests durchgeführt. Die Assoziationen zwischen dem objektiven und subjektiven Wissen wurden mit Hilfe von Rangkorrelationen nach Spearman gemessen. Einflüsse auf die Teilnahmebereitschaft wurden anhand einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse, Einflüsse auf die Entscheidungssicherheit und das Wissen mittels mehrfaktorieller Kovarianzanalysen untersucht. Aus diesen Modellen wurden schließlich adjustierte Schätzer für die Effekte der Broschüren abgeleitet. Einen Überblick über die jeweils berücksichtigten Einflussgrößen und die Anpassungsreihenfolge der Modelle gibt eTabelle 2. Nur zwischen der Broschüre und den Einflussfaktoren wurden Wechselwirkungen zugelassen. Da sie mögliche Modifikationen des Broschüreneffekts in Abhängigkeit von anderen Einflussgrößen repräsentieren, wurden die Wechselwirkungen systematisch durch Rückwärtselimination getestet (p < 0,05). In der vorliegenden Arbeit wird nur über signifikante Effektmodifikationen berichtet.

Teilnahmebereitschaft
Teilnahmebereitschaft
Tabelle 2
Teilnahmebereitschaft
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen
eTabelle 2
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen

Ergebnisse

Rücklauf

Zwischen Juli 2012 und September 2013 wurden 792 Frauen (396 pro Gruppe) angeschrieben. Um diese Zahl zu erreichen, mussten die primären Non-Responder ein zweites Mal kontaktiert werden. Insgesamt wurden jeweils 185 Fragebögen pro Gruppe zurückgeschickt, wobei es Zufall war, dass die gleiche Anzahl vorlag (Rücklauf 46,7 %); 353 Fragebögen (A: 178 und B: 175) waren auswertbar (Grafik 1). Der mittlere Rücklauf pro Praxis betrug im ersten Durchgang 8,2 (zwischen 1 und 16) und nach Erinnerung 11,2 (zwischen 5 und 19) Teilnehmerinnen.

Rücklauf und Stichproben
Rücklauf und Stichproben
Grafik 1
Rücklauf und Stichproben

Demografie und Vorerfahrung

Die beiden Gruppen sind hinsichtlich der Demografie und der Erfahrungen mit Brustkrebs vergleichbar, nur der Familienstand unterscheidet sich. Ein Fünftel der Frauen kennt keine an Brustkrebs erkrankte Frau. Etwa ebenso viele Teilnehmerinnen gaben an, Erfahrung mit Brustkrebs bei sich selbst oder in der direkten Verwandtschaft zu haben (Tabelle 1).

Weniger als ein Zehntel der Frauen gab eine andere Sprache als Deutsch als Muttersprache an. Die Autoren berücksichtigen im Folgenden die 30 Nicht-Muttersprachlerinnen (8,5 %) zwar protokollgemäß bei der univariaten Analyse von primären und sekundären Endpunkten, schließen sie aber bei der statistischen Modellbildung zur Untersuchung der Einflussfaktoren nicht ein. Bei der Analyse stellte sich nämlich heraus, dass sie sich im Hinblick auf die Broschüren wesentlich anders verhielten als die Muttersprachlerinnen. Eine weitere Analyse erschien wenig ergiebig, da die Untergruppe zu klein war, um als repräsentativ für Migrantinnen zu gelten, und zu schlecht charakterisiert, um die Stärke der sprachlichen Beeinträchtigung beurteilen zu können.

Teilnahmebereitschaft (primärer Endpunkt)

Die Teilnahmebereitschaft unterscheidet sich nicht signifikant zwischen den Gruppen: 81,5 % (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 75,8–87,2 %) der Gruppe mit neuer Broschüre versus 88,6 % (95-%-KI: 83,9– 91,3 %) der Gruppe mit alter Broschüre erklärten, dass sie am Mammographie-Screening teilnehmen wollten (Differenz 7,1 % [95-%-KI: -0,9–14,3 %]; χ² [df = 1] = 3,53; p = 0,060) (Tabelle 2).

In der Regressionsanalyse (eTabelle 3) ist die Teilnahmebereitschaft negativ mit dem Bildungsstand und positiv mit der Selbsteinschätzung des eigenen Wissens über die Vorteile des Screenings assoziiert. Ferner besteht eine signifikante Interaktion zwischen Brustkrebserfahrung und Broschüre (p = 0,014): In der Gruppe der Frauen, die Brustkrebs von sich oder von direkten Verwandten kennen (18,7 %), erhöht die Verwendung der neuen Broschüre die Teilnahmebereitschaft (96,6 % versus 72,5 %; Differenz 24,1 %; p = 0,009) (Grafik 2).

Anteil der Teilnahmebereitschaft
Anteil der Teilnahmebereitschaft
Grafik 2
Anteil der Teilnahmebereitschaft
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Tabelle 3
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft
eTabelle 3
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft

Wissen

Im objektiven Wissensscore erreicht die Gruppe, die die neue Broschüre erhielt, im Mittel 5,49 (95-%-KI: 5,18–5,80; SD: 1,99; n = 161), die mit der alten Broschüre 5,23 (95-%-KI: 4,92–5,55; SD: 2,06; n = 168) von 10 möglichen Punkten (p = 0,260).

Die Gruppen unterscheiden sich auch nicht in der Selbsteinschätzung des eigenen Wissens über die Vorteile des Screenings (p = 0,874): Die neue Broschüre erreicht im Mittel 2,78 (95-%-KI: 2,67–2,89; SD: 0,73; n = 178), die alte Broschüre 2,78 (95-%-KI: 2,66–2,90; SD: 0,77; n = 175) von 4 möglichen Punkten. Ihr eigenes Wissen über Risiken des Screenings schätzen beide Gruppen ebenfalls vergleichbar hoch ein (p = 0,155): Die neue Broschüre erzielt im Mittel 2,45 (95-%-KI: 2,33–2,57; SD: 0,82; n = 178), die alte Broschüre 2,31 (95-%-KI: 2,19–2,43; SD: 0,83; n = 174) von 4 möglichen Punkten.

Objektiver Wissensscore und subjektiv wahrgenommenes Wissen über Vorteile und Risiken des Screenings hängen nicht miteinander zusammen (nichtsignifikante Korrelationen von Rho unter 0,10). In der Regressionsanalyse ist der Bildungsgrad positiv und die Erfahrung mit Brustkrebs negativ mit dem Wissensscore assoziiert (Daten nicht gezeigt).

Entscheidungssicherheit

Die subjektive Entscheidungssicherheit (Skala von 1 = minimale bis 6 = maximale Sicherheit) ist in beiden Gruppen hoch: alte Broschüre im Mittel  5,52 (95-%-KI: 5,38–5,66; SD: 0,93; n = 175), neue Broschüre im Mittel 5,15 (95-%-KI: 4,95–5,35; SD: 1,36; n = 178). Der Unterschied von 0,37 Punkten (95-%-KI: 0,13–0,61) ist signifikant (p = 0,017), die entsprechende Effektstärke jedoch klein (r = 0,128).

Die Kovarianzanalyse (eTabelle 4) zeigt, dass die neue Broschüre auch nach Adjustierung für andere Einflussfaktoren die Entscheidungssicherheit reduziert. Die Selbsteinschätzung des Wissens über die Vorteile des Screenings ist positiv mit der Entscheidungssicherheit assoziiert. Frauen, die am Screening teilnehmen würden, sind sicherer in ihrer Entscheidung als diejenigen, die eine Teilnahme ablehnen würden.

Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit
Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit
eTabelle 4
Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit

Unabhängig vom Broschürentyp besteht bei den Frauen, die nicht zur Teilnahme bereit sind, eine geringere Entscheidungssicherheit, wenn Erfahrungen mit Brustkrebs (selbst oder in direkter Verwandtschaft) gemacht wurden (eGrafik).

Entscheidungssicherheit
Entscheidungssicherheit
eGrafik
Entscheidungssicherheit

Stellenwert der Informationsbroschüre

Auf die Frage, welcher Faktor aus der vorliegenden Liste die Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme am Mammographie-Screening hauptsächlich beeinflussen könnte, nannten die Frauen am häufigsten (48,2 %) die Empfehlung ihres Arztes und am seltensten (3,6 %) die Informationsbroschüre. Die Gruppenzugehörigkeit (Broschüre A versus B) machte keinen Unterschied (p = 0,308) (Tabelle 3).

Diskussion

Hauptergebnis

Ob Frauen eine eher faktenreiche oder eine eher faktenarme Informationsbroschüre erhalten, machte unter den Teilnehmerinnen dieser Studie keinen Unterschied hinsichtlich ihrer Teilnahmebereitschaft am Mammographie-Screening (81,5 % versus 88,6 %, p = 0,060) sowie ihres Wissens über Nutzen und Risiken des Screenings (5,23 versus 5,49 von 10 möglichen Punkten; p = 0,260). In einer Post-hoc-Analyse differierte die Teilnahmebereitschaft der Untergruppe von Frauen, die unmittelbare Erfahrungen mit Brustkrebs angegeben hatten, dagegen deutlich in Abhängigkeit von der zugesandten Broschüre.

Teilnahmebereitschaft, Wissen und Entscheidungssicherheit

Die fehlenden Zusammenhänge zwischen dem objektiven Wissen und der Teilnahmebereitschaft sowie zwischen dem objektiv beziehungsweise subjektiv empfundenen Wissen berühren die ethische Legitimationsbasis der gegenwärtigen Aufklärung im Rahmen des Screeningprogramms. Sie werfen die Frage auf, ob vor den Entscheidungen zur Screeningteilnahme regelmäßig Nutzen und Risiken fundiert abgewogen werden können. Da der Bildungsgrad sowohl mit dem objektiven als auch teilweise mit dem subjektiven Wissen positiv korreliert, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Informationsbroschüre Frauen mit geringerer Bildung nicht erreicht. Dass gerade diese eine höhere Teilnahmebereitschaft zeigen als gebildetere Frauen, wie schon in früheren Arbeiten gezeigt wurde (26), verschärft die vorgenannte Legitimationsfrage.

Die in der explorativen Analyse gefundene Abhängigkeit des Broschüreneffekts von der persönlichen Erfahrung mit Brustkrebs (Grafik 2) halten die Autoren für eine bedeutsame Hypothese, die empirisch überprüft werden sollte und deren Hintergründe die Autoren aktuell durch eine qualitative Studie untersuchen.

Die hohe Sicherheit bezüglich der getroffenen Teilnahmeentscheidung in beiden Gruppen lässt vermuten, dass den Frauen das (geringe) objektive Wissen hinsichtlich der Nutzen und Risiken nicht bewusst ist oder nicht als Manko wahrgenommen wird. Dies weist auf eine bedeutsame emotionale Komponente der Entscheidung hin, die auch beim Kriterium „Erfahrungen mit Brustkrebs“ möglicherweise eine Rolle spielt (eGrafik): Frauen mit einer solchen Erfahrung (selbst oder direkte Verwandte) sind unsicherer als andere Frauen, wenn sie sich für das Screening entscheiden (und umgekehrt).

Einordnung in die Literatur

Zur Frage, ob Informationsbroschüren das Wissen über eine angebotene Untersuchung zur Krebsfrüherkennung verbessern, existiert eine inhomogene Studienlage (23, 27). Arbeitsgruppen, die den Wissensstand der Testpersonen nach Lektüre einer offiziellen Informationsbroschüre zum Brustkrebs-Screening (28) beziehungsweise einer eigens entwickelten, möglichst anschaulichen und faktenreichen Broschüre zum Darmkrebs-Screening (13) untersuchten, fanden eine Verbesserung des Wissens über Nutzen und Risiken. Die gleichen Ergebnisse ergab eine Arbeit, die den Wissensstand überprüfte, bevor und nachdem eine Online-Entscheidungshilfe bearbeitet wurde (23, 24). Dagegen zeigte sich bei Männern nach Lektüre einer Informationsbroschüre zum prostata-spezifischen Antigen (PSA)-Test keine Verbesserung ihres Verständnisses entscheidungsrelevanter Fakten (29).

Die mit der vorliegenden Studie gemachte Beobachtung, dass ein unterschiedlicher Informationsgehalt zweier Broschüren keinen Unterschied hinsichtlich der Teilnahmebereitschaft zum Mammographie-Screening bewirkte, bestätigt auch die Ergebnisse der vorstehend erwähnten Studie zum Darmkrebs-Screening (13).

Limitationen

Die berichteten Teilnahmeraten und Wissenscores sind möglicherweise optimistisch verfälscht (also höher als in Wirklichkeit), weil nur Frauen, die Hausärzte konsultieren, eingeschlossen wurden, die Teilnahmebereitschaft nur hypothetisch erfragt wurde und die Frauen die Fragebögen zu Hause beantworteten, wo sie Informationen nachschlagen konnten. Der hier demonstrierten hohen Teilnahmebereitschaft steht dann auch eine reale Teilnahmerate von 54 % gegenüber (30). Diese Effekte dürften die beiden Broschürengruppen jedoch gleichmäßig betroffen haben.

Bereits früher durchgeführte Mammographien wurden nicht erfragt. Eine bereits stattgefundene Untersuchung kann die Entscheidung von Frauen für oder gegen die Teilnahme am Screening beeinflussen.

Die statistische Analyse war nur in Bezug auf die primäre Analyse und die Festlegung der sekundären Endpunkte präspezifiziert. Bei der Modellsuche wurde zudem wie üblich keine Multiplizitätskorrektur verwendet. Die Wechselwirkungseffekte, die im Rahmen der multivariaten Analysen entdeckt wurden, sind somit als explorativ anzusehen. Sie bedürfen der unabhängigen Überprüfung.

Bewertung

Die Informationsbroschüre zum Mammographie-Screening soll den eingeladenen Frauen die Möglichkeit bieten, vor dem Hintergrund einer Nutzen-Schaden-Abwägung selbstständig eine informierte Entscheidung zu treffen. Die vorliegende Studie legt jedoch im Einklang mit anderen Arbeiten (26, 31) nahe, dass dies nicht gelingt: Die Broschüre erscheint den meisten Frauen nur von nachrangiger Bedeutung für die Entscheidung, wobei vier von fünf Frauen – unbeeinflusst vom Informationsgehalt der gelesenen Broschüre – am Screening teilnehmen wollen. Das Verständnis der entscheidungsrelevanten Zusammenhänge ist unabhängig davon, ob den Frauen die neue, faktenreichere oder aber die alte, faktenärmere Broschüre vorlag. Fast die Hälfte der Frauen nannte hingegen die Empfehlung ihres Arztes als wichtigsten Einflussfaktor auf ihre Entscheidung. Möglicherweise bedarf es einer qualifizierten, durch geeignete Materialien („decision aids“) unterstützten Gesprächsbegleitung, um Frauen – wie in der aktuellen Gesetzgebung vorgesehen (18) – eine informierte Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening tatsächlich zu ermöglichen (32).

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 15. 7. 2014, revidierte Fassung angenommen: 22. 10. 2014

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Elisabeth Gummersbach
Institut für Allgemeinmedizin
Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
40225 Düsseldorf
elisabeth.gummersbach@med.uni-duesseldorf.de

Zitierweise
Gummersbach E, in der Schmitten J, Mortsiefer A, Abholz HH, Wegscheider K, Pentzek M: Willingness to participate in mammography screening—a randomized controlled questionnaire study of responses to two patient information leaflets with different factual content. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 61–8.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0061

@eTabellen und eGrafik:
www.aerzteblatt.de/15m0061 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:
Dr. med. Gummersbach, Prof. Dr. med in der Schmitten, MPH, Dr. med. Mortsiefer,Prof. Dr. med. Abholz, Dr. rer. nat. Pentzek, Dipl.-Psych.
Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. rer. pol. Wegscheider
* Die beiden erst- und die beiden letzt genannten Autoren teilen sich jeweils die Erst- beziehungsweise Letztautorschaft.
Rücklauf und Stichproben
Rücklauf und Stichproben
Grafik 1
Rücklauf und Stichproben
Anteil der Teilnahmebereitschaft
Anteil der Teilnahmebereitschaft
Grafik 2
Anteil der Teilnahmebereitschaft
Beschreibung der Stichprobe
Beschreibung der Stichprobe
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe
Teilnahmebereitschaft
Teilnahmebereitschaft
Tabelle 2
Teilnahmebereitschaft
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Tabelle 3
Wichtigster Einflussfaktor der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening
Entscheidungssicherheit
Entscheidungssicherheit
eGrafik
Entscheidungssicherheit
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen
eTabelle 1
Originalfragen und Verteilung der Antworten nach Teilnahmebereitschaft, Entscheidungssicherheit und Wissen
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen
eTabelle 2
Überblick über die in den Regressions- und Kovarianzanalysen verwendeten Einflussgrößen
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft
eTabelle 3
Einflussfaktoren auf die Teilnahmebereitschaft
Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit
Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit
eTabelle 4
Einflussfaktoren auf die Entscheidungssicherheit
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Meister70
am Samstag, 31. Januar 2015, 06:05

Die echten, vollständigen Fakten bleiben immer noch auf der Strecke...

Andere Studien haben gezeigt, dass wenn alle Gefahren von der Mammographie wahrheitstreu vermmittelt werden (das ist nicht der Fall in dieser Studie hier, da immer noch einige relevante Fakten nicht mitgeteilt worden sind), viele Frauen sich keiner Mammographie mehr unterziehen werden (Quelle: Rolf Hefti's 'The Mammogram Myth' - sehe http://www.supplements-and-health.com/mammograms.html ).

Unglücklicherweise werden den Frauen nicht die echte Wahrheit über die Mammographie vermittelt, aber eine völlige einseitige Perspektive für den Test. Die meisten Ärzte kennen auch nur diese einseitige Sicht, die sie dann den Frauen weitergeben. Das Ergebnis von dieser Studie ist ja deshalb kein Wunder.
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