ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2015Randnotiz: Dicke im Landesdienst
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Offenbar haben viele Belgier ein Problem damit, dass ihre Sozial- und Gesundheitsministerin, Maggie de Block, übergewichtig ist (dazu DÄ, Heft 49/2014). Dass das Thema nicht neu ist, darauf wies Dr. med. Hannelore Demski, Leitende Medizinaldirektorin im Ruhestand, Celle, das Deutsche Ärzteblatt hin. Bereits vor 25 Jahren beschäftigte sich der niedersächsische Landtag mit den „Dicken im Landesdienst“, wie aus einer Anfrage des niedersächsischen Innenministers hervorgeht. Der damalige CDU-Abgeordnete Rudolf Wedekind fragte die Landesregierung: „In welchen Grenzen wird bei der Einstellung einer Bewerberin beziehungsweise eines Bewerbers für eine Beamtenstelle bei der Prüfung der gesundheitlichen Konstitution auch auf das Gewicht Rücksicht genommen?“ Innenminister Egbert Möcklinghoff ließ es sich nicht nehmen, darauf in gereimter Form zu antworten: „Stellt man sich auf die Gleichung schlicht/Dick ist gleich krank, so stimmt das nicht. [...] So bleibt zumindest zweifelhaft,/ob Leibesrund und Lebenskraft/Sich gegenseitig schließen aus./Wir ziehn darum das Fazit draus,/Daß wir die personellen Lücken,/Auch füllen hier und da mit Dicken,/Wenn nicht so groß des Leibes Last,/Daß man an keinen Schreibtisch paßt!“

Das Thema Übergewicht von Beamten war mit diesen Worten allerdings keineswegs beendet. So teilte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft noch im vergangenen Jahr mit: „Der Dienstherr muss, auch bei übergewichtigen Bewerbern, in jedem einzelnen Fall gewichtige medizinisch fundierte Argumente dafür vorbringen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand zu rechnen ist.“

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