ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2015Bankdarlehen: Für den Fall der Fälle vorbeugen

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Bankdarlehen: Für den Fall der Fälle vorbeugen

Vetter, Michael

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Zahlungsverpflichtungen aus Bankdarlehen können ohne wirksame Absicherung zu erheblichen Risikofaktoren für Arztfamilien werden.

Verpflichtungen aus Bankdarlehen werden vor allem dann zum Problem, wenn dem Praxisinhaber als Versorger der Familie etwas zustößt und die Kreditverbindlichkeiten vom Ehepartner und gegebenenfalls von den Kindern auch weiterhin verzinst und getilgt oder in einer Summe zurückgezahlt werden müssen. Vor allem bei größeren betrieblichen oder privaten Investitionen ist ein solches Szenario im Einzelfall möglich.

Die Tücke steckt im Detail

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Vor der Unterschrift auf einem Kreditvertrag sollten Praxisinhaber daher sorgfältig prüfen, ob und in welchem Umfang eine konkrete Vorsorge getroffen wird und wie diese im Detail aussehen sollte. In der Regel bietet sich zur Absicherung eine Risikolebensversicherung an, die beim plötzlichen Ableben des Arztes als Kreditnehmer die noch ausstehenden Bankschulden abdeckt und somit für eine je nach Situation erhebliche finanzielle Entlastung der Angehörigen sorgt.

Allerdings steckt auch hier die sprichwörtliche Tücke oft im Detail: So kann ein Absicherungsangebot der Bank, die auch den Kredit anbietet, zum Vergleich mit den Offerten anderer Anbieter zwar durchaus hilfreich sein. Ob sich dieses Angebot dagegen mit den individuellen Ansprüchen des Versicherten auch im Detail deckt und ob es überhaupt konkurrenzfähig ist, sollte dieser erst einmal sorgfältig prüfen. Daran ändert in der Regel auch die Erfahrung nichts, dass Kreditgeber häufig selbst auf den Abschluss einer solchen Versicherung bestehen. Letztlich sollte es dem Praxisinhaber als Kunden überlassen bleiben, wie die Risikoabsicherung tatsächlich erfolgt.

Zur Ermittlung des erforderlichen Schutzes ist zunächst eine Bestandsaufnahme eventuell bereits bestehender Versicherungen, wie vor allem Lebensversicherungen sowohl als Risikolebensversicherung als auch in der Form der Kapitallebensversicherung, sinnvoll. Häufig besitzen die Ärzte bereits derartige Versicherungsverträge, die meist entweder zur zusätzlichen späteren Altersvorsorge oder zur Absicherung bereits laufender Bankkredite abgeschlossen wurden. Im Rahmen der Bestandsaufnahme ist daher weiter zu prüfen, in welchem Umfang diese Verträge der jeweiligen Bank als Sicherheit überlassen wurden oder ob sie zur freien Verfügung des Inhabers stehen.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob freie Verträge im Versicherungsfall zur Kredittilgung eingesetzt werden könnten oder ob sie dem ursprünglich vorgesehenen Verwendungszweck, wie der finanziellen Altersabsicherung, auch zukünftig vorbehalten sein sollten. Die Gesamtbeurteilung dieser Situation bleibt der individuellen Einschätzung des Arztes und seiner Familie als den möglicherweise unmittelbar betroffenen Personen vorbehalten. Wichtig ist, dass ein vertretbarer Ausgleich zwischen dem bisherigen Verwendungszweck der Versicherungen und der Absicherung zukünftiger Kredite erfolgt.

Entscheidet sich der Praxisinhaber dagegen zum Abschluss einer neuen Versicherung, sollte darüber nachgedacht werden, wie ein möglichst günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt werden kann. Durch den eingeschränkten Versicherungszweck der Todesfallabsicherung sind die Prämien einer Risikolebensversicherung meist viel preiswerter als die Prämien zum Beispiel von Kapitallebensversicherungen. Zur weiteren Reduzierung der Prämien kann über einen Vertrag mit fallender Versicherungssumme nachgedacht werden. Die jeweilige Verringerung der Versicherungssumme orientiert sich dabei an dem sich durch Tilgungen ebenfalls kontinuierlich reduzierenden Kreditbetrag, so dass stets nur der jeweilige Restkreditbetrag abgesichert ist. Darüber hinaus können die wenn auch meist eher geringen Erträge mit den Versicherungsprämien verrechnet werden und diese verringern. Damit besteht für den Praxisinhaber eine weitere Möglichkeit, die mit dem Versicherungsabschluss verbundenen Kosten gering zu halten.

Die Angebote vergleichen

Bei der Auswahl des geeigneten Versicherungspartners besitzen Interessierte die „Qual der Wahl“: Neben Angeboten herkömmlicher Versicherungsgesellschaften sind Offerten von Direktversicherern ebenso möglich wie Offerten von seriösen Internetanbietern. Selbstverständlich sollte auch der Vorschlag der kreditgebenden Bank in einen solchen umfangreichen Vergleich mit einbezogen werden. Neben den tatsächlichen Kosten sollten die Angebote auch den Prozentsatz enthalten, um den sich der jährliche Effektivzins des Darlehens durch den Abschluss einer Risikolebensversicherung erhöhen würde.

Michael Vetter

Wichtiges in Kürze

  • Vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung sollte eine Bestandsaufnahme eventuell bereits bestehender Lebensversicherungen stehen.
  • Zum Einholen verschiedener Angebote gehören auch Offerten oft preisgünstigerer Online-Anbieter.
  • Möglichkeiten zur Prämienreduzierung bestehen vor allem bei Versicherungen mit fallender Versicherungssumme sowie bei der Verrechnung von Prämien mit den jeweiligen Zinserträgen.

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