ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2015Rainer Tölle †: Neue Wege für die Psychiatrie

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Rainer Tölle †: Neue Wege für die Psychiatrie

Schott, Heinz

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Rainer Tölle, Foto: privat
Rainer Tölle, Foto: privat

Prof. Dr. med. Rainer Tölle starb am 19. Oktober 2014 im Alter von 83 Jahren. 1965 habilitierte er sich bei Walter Schulte an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Tübingen und war dort anschließend als Oberarzt tätig. 1972 wurde er auf den Lehrstuhl für Psychiatrie an die Universität Münster berufen, wo er die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie bis zu seiner Emeritierung 1998 leitete. Er hat als Kliniker und Hochschullehrer, der sich der „pluridimensionalen Psychiatrie“ in der Tradition der „Tübinger Schule“ verpflichtet fühlte, Maßstäbe gesetzt. Hier wäre insbesondere das Lehrbuch „Psychiatrie“ (inzwischen 16 Auflagen) zu nennen, ein Standardwerk. Zu seinen fachlichen Schwerpunkten zählten depressive Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und Wahnkrankheiten. Die Einbeziehung von Psycho- und Soziotherapie in die psychiatrische Krankenversorgung lag ihm besonders am Herzen. Von 1977 bis 2002 war er Fachredakteur für Psychiatrie in der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes.

Hervorheben möchte ich unser gemeinsam verfasstes Buch „Geschichte der Psychiatrie: Krankheitskonzepte, Irrwege, Behandlungsformen“ (2006). Es stellt das Ergebnis einer langjährigen freundschaftlichen Zusammenarbeit dar, bei der sich ein Kliniker und ein Medizinhistoriker stetig aufeinander zubewegten und tatsächlich zu einer gemeinsamen Sprache gefunden haben. Rainer Tölles ärztliche Hinwendung zu den Patienten, seine Redlichkeit und Aufrichtigkeit in wissenschaftlichen wie persönlichen Angelegenheiten werden nicht nur mir unvergesslich bleiben. Prof. Dr. med. Dr. phil. Heinz Schott

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