ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2015Forschung an neuen Krebsmedikamenten: Entwicklung darf nicht nur kommerziell erfolgen

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Forschung an neuen Krebsmedikamenten: Entwicklung darf nicht nur kommerziell erfolgen

Dtsch Arztebl 2015; 112(5): A-160 / B-142 / C-138

Siegmund-Schultze, Nicola

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Gute Herstellungspraxis: Universitäre Produktionsstätten für Antikörper klagen über zu hohe Hürden für Pilotprojekte. Foto: Your Photo Today
Gute Herstellungspraxis: Universitäre Produktionsstätten für Antikörper klagen über zu hohe Hürden für Pilotprojekte. Foto: Your Photo Today

Die frühe klinische Entwicklung von neuen Krebsmedikamenten sollte nicht allein der Pharmaindustrie überlassen, sondern auch akademischen Institutionen ermöglicht werden. Dazu müssten zum Beispiel neue Antikörper gegen Tumoren an Universitätsinstituten hergestellt und bei einer kleinen Zahl von Patienten mit akut lebensbedrohlichen Krebserkrankungen angewendet werden dürfen, forderte Prof. Dr. med. Helmut R. Salih vom Universitätsklinikum Tübingen bei einer Veranstaltung des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg.

Das Arzneimittelgesetz fordere die strikte Einhaltung der GMP (Good Manifacturing Practice)-Richtlinien auch für die Herstellung von Antikörpern oder anderen Proteinen an akademischen Institutionen und mache damit Studien unmöglich. Selbstverständlich sollten Substanzen, die am Patienten angewendet würden, unter sicheren Bedingungen hergestellt werden, sagte Salih. Dies sei auch an einer universitären Produktionsstätte möglich. Dass aber die komplette Produktion eines Antikörpers für die Anwendung bei einzelnen Kranken GMP-zertifiziert sein müsse, führe zu einer inadäquaten Nutzen-Risiko-Relation und zu Kostensteigerungen. Das verhindere, dass neue Strategien unabhängig von kommerziellen Interessen in eine frühe klinische Entwicklung gelangen könnten. „Viele Strategien finden nicht den Weg in die weitere klinische Entwicklung, wenn sie nicht im Rahmen von Pilotprojekten an Universitäten untersucht werden dürften“, so Salih. nsi

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