ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2015Medizinische Innovation: Stärkere Vernetzung
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. . . Im Unterschied zu anderen Gesundheitssystemen ist in Deutschland die fachärztliche ambulante Versorgung nicht am Krankenhaus konzentriert, sondern liegt bei niedergelassenen Fachärzten. Hierdurch ist das Fachwissen dort konzentriert und sollte uns allen auch bei der Beantwortung aktueller medizinischer Fragestellungen verfügbar gemacht werden.

Bei einer bundesweit durchgeführten Befragung niedergelassener Kollegen verschiedener Fachrichtungen geben über 85 Prozent an, dass sie wissenschaftliche Fragestellungen im Kopf haben, die sie für relevant halten. Alle geben als Gründe Zeitmangel und ökonomischen Druck an, weswegen sie sich nicht näher damit beschäftigen. Sie sind mit den Arbeiten, die sich aus ihrem Versorgungsauftrag ergeben und den Belastungen, die sich aus der zum Teil unternehmerischen Tätigkeit ergeben, voll ausgelastet . . .

Aus langjähriger Erfahrung sehen wir, dass klinisch-praktisch tätige Kollegen sich sehr gut mit den aktuellen praxisorientierten Entwicklungen ihres Bereichs auskennen und weiterentwickelt haben, jedoch die Komplexität und oft auch die Zeitdauer und Intensität der nötigen akribischen Arbeit unterschätzen, bis erste Ergebnisse vorliegen. Außerdem scheuen sie das Einarbeiten in die sich in den letzten Jahren geänderten rechtlichen und deutlich verschärften regulatorischen Angelegenheiten.

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Die zu erwartenden mittelfristigen und langfristigen ökonomischen Einsparungen, die sich durch Einbeziehen dieses außeruniversitären medizinischen Fachwissens ergeben, sollten durch vergleichsweise geringe Fördersummen erzielbar sein. . . . Für Patienten ergibt sich die Möglichkeit, frühzeitig am medizinischen Fortschritt teilzuhaben. Zudem können Studien, die die demografischen Gegebenheiten und tatsächlich vorhandene Krankheitsstruktur berücksichtigen, Aussagen für eine größere Patientenanzahl liefern. Eine stärkere Vernetzung aller Erbringer von Gesundheitsleistungen zur Erfassung von Patientendaten unter striktesten Datenschutzkriterien kann dies unterstützen . . .

Priv.-Doz. Dr. med. Caroline Schmidt-Lucke, Medizinisch-academische Forschungsberatungsgesellschaft mbH
(MEDIACC GmbH), 14193 Berlin

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