ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2015Randnotiz: Der Wert einer Kniebeuge

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Randnotiz: Der Wert einer Kniebeuge

Schmedt, Michael

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Schon Turnvater Jahn propagierte die Kniebeuge als Trainingsmethode zur körperlichen Ertüchtigung. Heute, in Zeiten von Retro-Look und der Renaissance regionaler Produkte, kommt sie wieder zu Ehren. Nicht nur beim neuen Fitness-Trend Crossfit, der viele vermeintlich alte Übungen wieder populär macht, sondern auch in Mexiko. Mexiko, fragen Sie?

Ja, das Land ächzt unter der Last seiner Bevölkerung. Sieben von zehn Mexikanern gelten als übergewichtig. Die Kosten für Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen explodieren. Grund genug für Mexiko-Stadt zu reagieren. Eine Fitness-Kampagne soll helfen.

„U-Bahn-Fahrkarte gegen Kniebeugen“ heißt die Losung. Für zehn Kniebeugen erhält der geneigte Bahnfahrer einen kostenfreien Fahrschein. An vielen U-Bahn-Stationen hat die Stadt spezielle Geräte installiert, auf denen man die zehn Kniebeugen absolviert und ein Automat die Gratis-Karte ausspuckt. Zudem erhalten die ersten 80 000 Sportwilligen einen Schrittzähler. Das ist mehr als bei der Kampagne der ehemaligen Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt, die 2007 für die Kampagne „Jeden Tag 3 000 Schritte extra“ nur zu einem gemeinsamen Spaziergang einlud – ohne Gegenleistung.

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Vielleicht sollte man die Belohnungs- und die gekauften Karten noch farbig unterschiedlich gestalten. Das könnte manch einem Fahrgast zu einer Trophäe oder einem schlechten Gewissen verhelfen... Man könnte auch in Gebäuden die Fahrstühle einen Tag in der Woche abschalten, Arbeitgeber könnten gratis Fahrräder verleihen, der präventiven Kreativität sind keine Grenzen gesetzt...

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