ArchivDeutsches Ärzteblatt21/1996Zu Ehren von Anton Mertens

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Zu Ehren von Anton Mertens

Clade, Harald

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LNSLNS Das stilisierte Porträt von Dr. med. Anton Mertens ziert den Sonderstempel, der aus Anlaß des 99. Deutschen Ärztetages 1996 (vom 4. bis 8. Juni in Köln) herauskommt. Das Motiv des ÄrztetagsSonderstempels wurde auf Vorschlag des Leiters der Motivgruppe "Medizin und Pharmazie" im Philatelistenverband, Dr. med. Rudolf Wallossek, Orthopäde aus Odenthal, realisiert.
Dr. Anton Mertens hat sich große Verdienste um die Entwicklung neuer Arzneimittel und deren klinischer Prüfung erworben. Anton Mertens, am 15. Februar 1896 in Krefeld geboren, begann sein Medizinstudium an der Universität Bonn, das er unterbrechen mußte, ehe er an den Universitäten Köln und Erlangen weiterstudierte und das Studium 1920 mit dem Staatsexamen in Erlangen und dem Dr. med. abschloß. Danach war Mertens als Assistenzarzt an verschiedenen Krankenhäusern beschäftigt, ehe er 1923 in die Pharmazeutische Abteilung der Firma Farbenfabriken Bayer in Leverkusen eintrat.
Noch im gleichen Jahr trat er einen Auslandsaufenthalt in Japan an, wo er in Yokohama eine PharmazeutischWissenschaftliche Abteilung für Bayer aufbaute.
Die perfekte Beherrschung der japanischen Sprache und seine profunde Kenntnis der ostasiatischen Kultur ließen Dr. Mertens in dem fernöstlichen Land heimisch werden. In Japan war es damals noch üblich, daß die Ärzte Arzneien selbst zubereiteten. Die Einführung moderner synthetischer Arzneimittel gelang auch durch die Kontakte von Dr. Mertens zu führen-den japanischen Klinikern, Forschern und Ärzten. Sehr positiv für die "Transmission" haben sich auch eine von Mertens herausgegebene medizinische Monatszeitschrift und ein pharmazeutischer Informationsdienst erwiesen.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1935 wurde Dr. Mertens ein Jahr später Direktor der Abteilung "Pharmazeutika" im Bayer-Werk in Leverkusen. Diese Abteilung war auch für die Gebiete Medizin, Zahnheilkunde, die Veterinärmedizin und die Entwicklung von Impfstoffen zuständig.
Dr. Mertens hat sich sehr für die klinische Prüfung und Standardisierung neuer Arzneimittel eingesetzt. Die Qualitätssicherung und die Überprüfung der Toxizität und Wirksamkeit von Arzneimitteln standen dabei obenan. Er setzte auch Dokumentarfilme und Vorträge in wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen ein.
In die Zeit des Wirkens von Dr. Mertens fiel die Markteinführung von Periston, der Sulfonamide, der Tuberkulostatika, der Penicilline, der Tropenheilmittel und der Psychopharmaka.
Der Wiederaufbau und die Modernisierung der Forschungslaboratorien und Produktionsstätten nach dem Zweiten Weltkrieg in Leverkusen und in Wuppertal zählen zu den besonderen Verdiensten von Dr. Mertens. Er trat 1957 in den Ruhestand und starb am 24. Juni 1965. HC

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