ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2015Gesundheitsberichte 2014: Fehltage wegen Depressionen auf Höchststand

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Gesundheitsberichte 2014: Fehltage wegen Depressionen auf Höchststand

Bühring, Petra

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Erstmals auf Platz zwei der Fehltage-Statistik: Diagnose Depression, Angststörung oder andere psychische Störung. Foto: DAK
Erstmals auf Platz zwei der Fehltage-Statistik: Diagnose Depression, Angststörung oder andere psychische Störung. Foto: DAK

Psychische Erkrankungen verursachen nach dem Gesundheitsbericht der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) immer mehr Fehltage. Insgesamt entfielen 2014 knapp 17 Prozent aller Ausfalltage auf Depressionen, Angststörungen und andere psychische Störungen. Das ist ein Anstieg um knapp zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit rangieren diese Diagnosen erstmals auf Platz zwei der Fehltage-Statistik. Lediglich Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, wie beispielsweise Rückenschmerzen, sorgten 2014 für noch mehr Ausfalltage.

Vor allem die Zahl der Fehltage durch Depressionen war im vergangenen Jahr so hoch wie nie. 2014 entfielen demnach auf hundert DAK-Versicherte 112 Ausfalltage wegen Depressionen. Das sei eine Verdoppelung binnen zehn Jahren. Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit wertete diese Entwicklung als Hinweis dafür, dass „das Bewusstsein und die Sensibilität für psychische Leiden sowohl bei den Ärzten als auch bei den Patienten gestiegen ist“.

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Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der „Depressionsatlas“ der Techniker Krankenkasse (TK). Depressionen sind demnach der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen. Häufigster Grund sind Erkältungen. 14,8 Tage waren TK-versicherte Erwerbspersonen 2014 durchschnittlich krankgeschrieben. 2013 waren es 12,9 Tage. Von den 14,8 Fehltagen entfielen 2,8 Tage auf psychische Störungen. Damit geht ein Fünftel der gesamten Fehlzeiten auf psychische Erkrankungen zurück. PB

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Avatar #621410
jsbielicki
am Freitag, 13. Februar 2015, 18:50

Nicht wegen Depressionen, sondern wegen AU-Bescheinigung mit Diagnose "Depression"

Zu ihrem Artikel mit dem aufreisserischem Photo einer mit ihrem Kopf gegen eine Wand lehnende Frau (vermutlich traumatisiert) möchte ich anmerken, daß die Anzahl der Fehltage nicht wegen Depressionen, sondern wegen der AU-Bescheinigungen mit der Diagnose "Depression" stark angestiegen ist. Ein Lügenpresser, wer den Unterschied nicht nennt, ein Idiot, wer den Unterschied nicht erkennt. Die Diagnose "Depression" ist bei den meisten AU-, BU-, EU-, Bescheinigungen einfach falsch. Nicht jede Unlust oder schlechte Laune ist eine Depression. Außerdem gibt es eine Menge "artifizieller Störungen" nach ICD-10 F68.1, die man früher Simulationen nannte.

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