ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2015Traumatherapie: Regelungen zur Qualitätssicherung bei EMDR beschlossen

AKTUELL

Traumatherapie: Regelungen zur Qualitätssicherung bei EMDR beschlossen

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Seit Anfang Januar als Methode in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung anerkannt: Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR). Foto: picture alliance
Seit Anfang Januar als Methode in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung anerkannt: Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR). Foto: picture alliance

Seit Januar ist das sogenannte Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) als Psychotherapiemethode in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung anerkannt. EMDR nutzt die gezielte Aktivierung von Erinnerungen an traumatische Erlebnisse bei gleichzeitigen starken Augenbewegungen, damit ein Patient belastende Erlebnisse verarbeiten kann. Damit ein Psychotherapeut EMDR einsetzen darf, muss er bestimmte Qualifikationen nachweisen. Dazu gehören mindestens 40 Stunden Theorie in Traumabehandlung und EMDR und mindestens 40 Stunden Einzeltherapie mit EMDR bei erwachsenen Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Die Therapeuten müssen mindestens fünf EMDR-Behandlungen abgeschlossen haben.

„Mit diesen Anforderungen wird klargestellt, dass die praktischen Kenntnisse ausschließlich in der Behandlung von erwachsenen Patienten mit einer PTBS zu erwerben sind, für die EMDR zugelassen und für die ihre Wirksamkeit nachgewiesen wurde“, heißt es dazu aus der Bundes­psycho­therapeuten­kammer. So werde Fehlanreizen vorgebeugt, EMDR bei anderen Patienten und weiteren Diagnosen einzusetzen.

Anzeige

Der Fachverband EMDRIA Deutschland e.V. kritisiert, die Qualitätsanforderungen seien „erschreckend niedrig“ angesetzt. „Sie liegen deutlich unter dem Niveau, das der Fachverband seit Jahren für Ausbildung und Anwendung der EMDR-Methode erarbeitet hat“, sagt der erste Vorsitzende, Dr. med. Michael Hase. EMDR wurde auch vor der Anerkennung als Verfahren durch den G-BA in der Traumatherapie eingesetzt. Nach den Kriterien von EMDRIA seien bereits mehr als 1 700 Therapeuten zertifiziert worden. Hase fordert eine Anerkennung des Zertifikats „EMDR Therapeut EMDRIA Deutschland“ als Nachweis hinreichender Befähigung für die Behandlung von Traumafolgestörungen. PB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote