ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2015Sexueller Missbrauch: Schutz von Kindern ist noch nicht gelebter Alltag

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Sexueller Missbrauch: Schutz von Kindern ist noch nicht gelebter Alltag

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Grundrisiko einer Kindheit – das darf sexueller Missbrauch nicht länger sein, so der Beauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wllhelm Rörig. Foto: Fotolia/dmitrimaruta
Grundrisiko einer Kindheit – das darf sexueller Missbrauch nicht länger sein, so der Beauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wllhelm Rörig. Foto: Fotolia/dmitrimaruta

Der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch sei noch lange nicht gelebter Alltag. Diese Bilanz zog der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, Ende Januar in Berlin. Anlass war der fünfte Jahrestag einer Veröffentlichung in der „Berliner Morgenpost“ über Missbrauchsfälle am katholischen Canisius-Kolleg, die die Aufdeckung einer Fülle weiterer Missbrauchsfälle an anderen Schulen auslöste. Rörig forderte erneut Verbesserungen bei der Prävention und die Einrichtung einer unabhängigen Aufarbeitungskommission.

„Die Lawine von Betroffenenberichten hat Deutschland tief geschockt“, sagte Rörig. Die Sensibilität in Kitas, Schulen, Kirchengemeinden und Sportvereinen sei seither gewachsen, ein Fonds aufgelegt, Verjährungsfristen verlängert und das Strafrecht verschärft worden. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an finanziell abgesicherten spezialisierten Beratungsstellen und Therapieplätzen bei sexuellem Missbrauch nach wie vor mangele. Positiv äußerte sich Rörig über aktuelle Signale aus dem Bundestag: Danach könnte es ab 2016 eine Aufarbeitungskommission geben. Im März soll außerdem der beim Missbrauchsbeauftragten angesiedelte Betroffenenrat seine Arbeit aufnehmen. EB

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