ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2015Kognitive Therapie: Kognitive Fähigkeiten als Voraussetzung

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Kognitive Therapie: Kognitive Fähigkeiten als Voraussetzung

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Eine Voraussetzung dafür, dass kognitive Therapie (KT) wirkt, ist das Vorhandensein bestimmter kognitiver Kompetenzen beim Patienten. In der Therapie werden diese Kompetenzen zunächst ermittelt und dann aufgebaut. So lernt der Patient beispielsweise, automatische Gedanken zu erkennen, den Zusammenhang zwischen Gedanken und Gefühlen zu verstehen und Gedanken an der Realität zu prüfen. Er wird außerdem dazu angeregt, alternative Erklärungen zu finden, sein Verhalten entsprechend zu ändern und sein Wohlbefinden zu steigern. Die kognitiven Techniken dienen insgesamt dazu, mit negativen Stimmungen und Gefühlen besser umzugehen. Wie Psychologen um Daniel Strunk von der Ohio State University (USA) berichten, gibt es im englischsprachigen Raum zwei Instrumente, um die kognitiven Voraussetzungen eines Patienten für eine KT zu messen. Allerdings sind beide umständlich und aufwendig, denn es werden mehrere Beobachter benötigt, um die Daten zu sammeln und zu analysieren. Aus diesem Grund sind diese Instrumente für die Praxis quasi unbrauchbar. Strunk und Kollegen entwickelten daher einen Fragebogen, der in einer Version vom Psychotherapeuten und in einer anderen Version vom Patienten ausgefüllt werden kann (Competencies of Cognitive Therapy Scale, CCTS). Sie testeten den Fragebogen an 44 nichterkrankten Personen sowie an 67 depressiven Patienten, die sich einer KT unterzogen. Sie zeigten, dass die depressiven Patienten anfangs über weniger, später aber über genauso gute Problemlösefähigkeiten verfügten wie die nichterkrankten Patienten. „Je mehr kognitive Kompetenzen die Patienten entwickelten, desto größer war der Therapieerfolg“, sagen die Autoren. ms

Strunk D, Hollars S, Adler A, Goldstein L, Braun J: Assessing patients’ cognitive therapy skills. Cognitive Therapy Research 2014; 38(6): 559–69.

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