ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2015Frage der Woche an . . . Prof. Dr. med. Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Prof. Dr. med. Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel

Die „Keimaffäre“ trifft das UKSH in einer Zeit besonderer Belastungen – womit hat die Hochschulmedizin in Schleswig-Holstein grundsätzlich zu kämpfen?

Hillienhof, Arne

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Der Ausbruch eines gegen relevante Antibiotikagruppen resistenten Stammes von Acinetobacter baumannii im Kieler Standort des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKHS) trifft die Hochschulmedizin des Landes in einer Phase des Um- und Aufbruchs.

Die „Keimaffäre“ trifft das UKSH in einer Zeit besonderer Belastungen – womit hat die Hochschulmedizin in Schleswig-Holstein grundsätzlich zu kämpfen?

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Stephani: Das UKSH und die Hochschulmedizin in Schleswig-Holstein leiden unter den Einsparungen, die das Land in vielen Bereichen wegen der Schuldenbremse umsetzen muss. Das Land hat den Landeszuführungsbeitrag für die Hochschulmedizin in den vergangenen Jahren um rund 20 Millionen Euro gesenkt. Im Vergleich mit der Charité und der Medizinischen Hochschule Hannover ist der Landeszuschuss pro Studierendem in Schleswig-Holstein der niedrigste. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt wird am wenigsten Geld in die Hochschulen investiert.

Der Hochschulmedizin Schleswig-Holstein wurde also nicht nur der Ausgleich normaler Ausgabenerhöhungen durch Inflation und allgemeine Kostensteigerungen seitens des Landes vorenthalten, sondern wir mussten sogar mit einem abgesenkten Budget umgehen. Dieser Sparkurs ist eine große Belastung. Jüngste Signale aus der Politik lassen hoffen, dass es nicht noch weitere Einschnitte geben wird.

Um Kosten zu sparen, ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem Campus Kiel und dem Campus Lübeck ganz wichtig. Zum Beispiel haben wir ein übergreifendes Radiologiezentrum und ein übergreifendes allgemeines Diagnostikzentrum etabliert. Das kann Kosten sparen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Zu den Synergieeffekten zählen außerdem Einkaufspartnerschaften. Die Anwendung der InEK-Vorgaben (InEK = Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) auf die universitären Kliniken und Institute ist eine Herausforderung, da das UKSH das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Schleswig-Holstein ist. Das UKSH wird die beiden Standorte Kiel und Lübeck noch enger verzahnen, auch auf der Leitungsebene. Außerdem setzen wir uns gemeinsam mit der Politik für bessere Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein ein. Ein wichtiger Grund für das Defizit der Hochschulmedizin ist der niedrige Landesbasisfallwert in Schleswig-Holstein. Das Land liegt bei diesem Wert am unteren Rand. Gemeinsam mit der Politik setzen wir uns für eine Anhebung des Landesbasisfallwertes ein. hil

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