ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2015Britisches Parlament: „Drei-Eltern-Babys“ gebilligt

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Britisches Parlament: „Drei-Eltern-Babys“ gebilligt

Dtsch Arztebl 2015; 112(7): A-252 / B-220 / C-216

KNA; Klinkhammer, Gisela

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Das britische Unterhaus hat ein neues reproduktionsmedizinisches Verfahren zugelassen. In der Abstimmung ohne Fraktionszwang votierten 382 Abgeordnete mit Ja, 128 mit Nein. Die Zustimmung des Oberhauses am 23. Februar gilt als sicher. Die von britischen Forschern entwickelte gentechnische Methode zielt darauf ab, bei einer künstlichen Befruchtung die Weitergabe von schweren Erbkrankheiten wie Muskelschwund zu verhindern, die auf einem Defekt der Mitochondrien-DNA beruhen. Diese sitzt im Plasma der weiblichen Eizelle. Bei dem auch unter Wissenschaftlern umstrittenen Verfahren tauschen Mediziner die defekte DNA gegen die gesunde DNA einer erblich nicht belasteten Spenderin ein. Das Kind hätte damit die DNA von drei Menschen: dem Vater und zwei „Müttern“.

Künstliche Befruchtung: Bei jeder Weiterentwicklung gibt es Debatten über ethische Grenzverletzungen. Foto: Your Photo Today
Künstliche Befruchtung: Bei jeder Weiterentwicklung gibt es Debatten über ethische Grenzverletzungen. Foto: Your Photo Today

Viele Wissenschaftler in Großbritannien begrüßen die Entscheidung des Parlaments. Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales äußerte „ernstzunehmende ethische Bedenken“ gegen das Verfahren, das „die Zerstörung eines menschlichen Embryos als Teil des Prozesses“ voraussetze. Auch der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese kritisierte den Beschluss: „Die Technik sieht einen Eingriff in die menschliche Keimbahn vor. Damit reißt Großbritannien eine der letzten Grenzen, die in der Europäischen Union und darüber hinaus als unverrückbar angesehen werden.“ kna/Kli

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