ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2015Perinatalmedizin: Ein weiterer Aspekt
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. . . Ich möchte gerne noch auf einen weiteren Aspekt hinweisen: Aufgrund der unterschiedlichen Gesetzgebung unterscheidet sich die Abtreibungsrate in diesen Ländern erheblich – 2012 wurden laut Bundesamt für Statistik in Deutschland 7,1, in Finnland 10,8 und in Schweden 21,3 Abtreibungen pro 1 000 Frauen im gebährfähigen Alter durchgeführt. Zu vermuten ist, dass dies insbesondere Kinder mit vorgeburtlich festgestellten Erkrankungen betrifft, bei denen auch eine erhöhte perinatale Komplikations- und Sterblichkeitsrate zu erwarten wäre. Beispielhaft sei der Fall einer befreundeten Familie angeführt, bei der die sonografische Diagnostik in Schweden zur ärztlichen Empfehlung einer Abtreibung und erst die in Deutschland eingeholte Zweitmeinung zur Aufklärung der Eltern über Therapiemöglichkeiten und Überlebenswahrscheinlichkeiten führte.

Es scheint mir geboten, diesen Aspekt in der Debatte um Zentralisierung und in der Fläche ausgedünnte Versorgung zu berücksichtigen und die vorgelegten Zahlen auch unter diesem Blickwinkel kritisch zu bewerten.

Dr. med. Robert Wilhelm, 38875 Elbingerode

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