ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2015Randnotiz: In den Schuhen der Patienten

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Randnotiz: In den Schuhen der Patienten

Rieser, Sabine

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Ein langweiliger Redner war Dr. med. Andreas Köhler nur selten, als er noch Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) war. Doch die Rede, die er nun bei einem Kongress des Bundesverbands Managed Care hielt, fanden viele besonders spannend. Denn Köhler sprach als Patient.

Herzstillstand, Reanimation und Stents, eine chronische und eine seltene Erkrankung – Köhler findet, dass er nun ein erfahrener Patient sei und als solcher sagen darf, dass „wir eines der modernsten und besten Gesundheitssysteme der Welt haben“. Diese Überzeugung aus Funktionärszeiten hat nicht gelitten. Eine andere schon: „Dass wir immer das Patientenwohl im Fokus haben.“

Alle Beteiligten, wirklich alle im System, befassten sich stets nur mit Teilschritten der Versorgung, wenn auch auf höchstem Niveau. Stichworte: HTA-Gutachten, Qualitätsindikatoren, Richtlinien. Leider helfen die Ergebnisse nur begrenzt, wie Köhler selbst feststellen musste: „Medizinische Innovation rettet und verlängert Menschenleben. Aber sie sagt nicht, wie wir mit diesem geretteten Leben umgehen müssen.“

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Was darf ich noch machen? Was sollte ich mir nicht mehr zumuten? Wie gehe ich mit meinen Ängsten um? Auf solche Fragen suchten Patienten oft vergeblich Antwort, auch die ärztlichen, räumte der Ex-KBV-Vorstand ein. Forschung müsse sich deshalb mit allen Fragen befassen, die sich in der Versorgung stellten. Köhler forderte zudem, ein sehr viel besseres sektorenübergreifendes Fallmanagement zu etablieren.

Grundsätzlich hält er einen solchen Wandel für möglich, weil das Gesundheitswesen sehr leistungsfähig sei: „Ich bin sehr froh, in Deutschland fast gestorben zu sein.“

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