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Bezüglich des angesprochenen Interesses an den DMPs ist der erhöhte Dokumentationsaufwand bei den ohnehin knappen Zeitressourcen in der hausärztlichen Versorgung nachvollziehbar. Was die Krankenkassen anbelangt, war bis Ende 2008 durch die Einbindung der DMPs in den Risiko­struk­tur­aus­gleich durchaus ein finanzieller Anreiz gegeben. Dies änderte sich mit der Einführung des Morbi-RSA und dem damit verbundenen Wegfall der DMP-Einschreibung als gesonderte RSA-Kategorie. Auch die Programmkostenpauschale je eingeschriebenen Versicherten sank von 180 € im Jahr 2009 auf 145,68 € im Jahr 2014 (1). Hierdurch gewinnt der Nachweis der Programmeffektivität auch für die Krankenkassen an Bedeutung. Evaluationen, die methodische Mindestanforderungen erfüllen, sind notwendig. Dies wird durch die in unserem Artikel analysierte derzeitige Studienlage sehr deutlich. Keine der betrachteten Studien hat eine Analyse der ausgeschiedenen Teilnehmer – gemäß des „intention to treat“-Ansatzes – durchgeführt. Auch die DMP-Routinedokumentation erfasst dieses Patientenkollektiv nicht systematisch. Die Gründe für ein Ausscheiden sind vielfältig und reichen von der Beendigung der Mitgliedschaft, über fehlende Teilnahmeaktivitäten und stationäre Behandlung bis hin zum Tod. Detailliertere Informationen dazu liefert der Qualitätssicherungsbericht 2012 DMP in Nordrhein, in dem das Ausscheiden von Patienten aus DMPs analysiert wurde (2). Auch Fullerton et al. (3) analysieren das Ausscheiden von Patienten, bei denen eine fehlende DMP-Dokumentation auftritt. Wir stimmen zu, dass diese Patienten bei weiteren Studien zur Effektivität von DMPs einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen und zukünftig explizit in Auswertungen einbezogen werden sollten.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0136b

Sabine Fuchs, MSc

Technische Universität Berlin

Fachgebiet Management im Gesundheitswesen, Berlin

sabine.fuchs@tu-berlin.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Bundesversicherungsamt (BVA): Zulassung der Disease Management Programme (DMP) durch das Bundesversicherungsamt (BVA). 3. Verknüpfung mit dem Risiko­struk­tur­aus­gleich. www.bundesversicherungsamt.de/druckversion/weitere-themen/disease-management-programme/zulassung-disease-management-programme-dmp.html#c198 (last accessed on 13 November 2014).
2.
Hagen B, Altenhofen L, Groos S, Kretschmann J, Weber A, Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung Disease-Management-Programme (ed.): Qualitätssicherungsbericht 2012 Disease-Management-Programme in Nordrhein. Düsseldorf: Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung 2013.
3.
Fullerton B, Erler A, Pöhlmann B, Gerlach FM: Predictors of dropout in the German disease management program for type 2 diabetes. BMC Health Serv Res 2012; 10: 8. CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Fuchs S, Henschke C, Blümel M, Busse R: Disease management programs for type 2 diabetes in Germany: A systematic literature review evaluating effectiveness. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 453–63.
VOLLTEXT
1.Bundesversicherungsamt (BVA): Zulassung der Disease Management Programme (DMP) durch das Bundesversicherungsamt (BVA). 3. Verknüpfung mit dem Risiko­struk­tur­aus­gleich. www.bundesversicherungsamt.de/druckversion/weitere-themen/disease-management-programme/zulassung-disease-management-programme-dmp.html#c198 (last accessed on 13 November 2014).
2.Hagen B, Altenhofen L, Groos S, Kretschmann J, Weber A, Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung Disease-Management-Programme (ed.): Qualitätssicherungsbericht 2012 Disease-Management-Programme in Nordrhein. Düsseldorf: Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung 2013.
3.Fullerton B, Erler A, Pöhlmann B, Gerlach FM: Predictors of dropout in the German disease management program for type 2 diabetes. BMC Health Serv Res 2012; 10: 8. CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Fuchs S, Henschke C, Blümel M, Busse R: Disease management programs for type 2 diabetes in Germany: A systematic literature review evaluating effectiveness. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 453–63.
VOLLTEXT

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