ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2015Erste Hilfe: Über öffentliche Defibrillatoren aufklären

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Erste Hilfe: Über öffentliche Defibrillatoren aufklären

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Bei lebensgefährlichem Herzkammerflimmern oder Kreislaufstillstand ist ein schnelles Eingreifen notwendig. Öffentliche Defibrillatoren sind hierfür hilfreich, werden jedoch bislang kaum genutzt. Darauf verwiesen Experten beim 1. Nationalen Arbeitstreffen PAD (Public-Access-Defibrillation) im Dezember letzten Jahres in Köln.

Auch für Laien geeignet: Für die Bedienung eines Defibrillators muss man kein Experte sein. Foto: picture alliance
Auch für Laien geeignet: Für die Bedienung eines Defibrillators muss man kein Experte sein. Foto: picture alliance

Im Kölner Stadtgebiet etwa werden pro Jahr durchschnittlich 1 500 bis 2 000 Personen ohne Puls aufgefunden, berichtete Prof. Dr. med. Stephan Baldus, Direktor Klinik III Innere Medizin, Herzzentrum Uniklinik Köln. Zehn bis fünfzehn Prozent dieser Fälle ereignen sich im öffentlichen Raum. „Diese Menschen profitieren dementsprechend direkt von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren“, sagte Baldus. Eine frühzeitige Defibrillation verbessere die Überlebensraten bei Kreislaufstillstand, selbst wenn der Zeitvorteil nur gering sei.

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Inzwischen sind Defibrillatoren so konstruiert, dass sie auch von Laien bedient werden können. Eine schnelle Reanimation und Defibrillation geht nach Meinung der Experten jedoch deutlich über rein medizinische Belange hinaus – sie muss die gesamte Gesellschaft und die Politik mit einbeziehen: „Öffentliche Defis können Leben retten. Aber: das Gerät an der Wand alleine hilft nicht. Die Bevölkerung muss ausreichend geschult sein, wissen, wo Defis verfügbar sind und – vielleicht das Wichtigste – man muss dauerhaft sensibilisiert bleiben, damit im Notfall auch geholfen wird“, beonte Baldus.

Vor diesem Hintergrund soll der Umgang mit Defibrillatoren bereits frühzeitig vermittelt werden. Der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz hat im Sommer 2014 die Empfehlung ausgesprochen, dass Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen künftig von der siebten Klasse an jedes Jahr zwei Stunden Wiederbelebungstraining erhalten sollen. Derzeit arbeiten die Bundesländer an der Umsetzung. EB

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