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Die lesenswerte Publikation befasst sich vor allem mit der Frage des operativen Zugangs (Laparoskopie versus Laparotomie). Ergänzend ist auf drei, für das klinische Management wichtige Punkte hinzuweisen:

Die Fehl- und Frühgeburtenrate wird nicht nur durch den Zugangsweg, sondern auch durch die Grunderkrankung bestimmt. So tritt bei einer peritonealen Entzündungsreaktion (zum Beispiel Appendizitis) oft auch eine reaktive Wehentätigkeit ein (1). Der Literaturanalyse zur Appendektomie kann man nicht entnehmen, ob die Studien das Ausmaß des Entzündungsprozesses hinsichtlich der Komplikationsrate berücksichtigt haben.

Die Autoren weisen darauf hin, dass es bei laparoskopischen Eingriffen in der Schwangerschaft zu Verletzungen des Uterus beim Einführen der Vereskanüle oder des Trokars kommen kann. Durch eine offene Laparoskopie lässt sich dieses Risiko vermeiden. Dabei sollte der Zugang (zum Beispiel supraumbilikal) vom Höhenstand des Fundus uteri und damit vom Gestationsalter abhängig sein.

Gemäß der Publikation soll ab der 16. Schwangerschaftswoche (SSW) „prä- und postoperativ überwacht und dokumentiert werden“. Eine Empfehlung zum kontrovers diskutierten intraoperativen Monitoring (2) wird nicht ausgesprochen. Aus eigener Erfahrung sind mir zwei Fälle von intrauterinem Fruchttod bekannt, die im Zusammenhang mit einer Thrombektomie beziehungsweise bei der Operation eines Abdominaltumors (jeweils in der 28. bis 30. SSW) aufgetreten sind. Beide Fälle wären vielleicht vermeidbar gewesen, wenn ein intraoperatives fetales Monitoring in Interventionsbereitschaft durchgeführt worden wäre. Eine intermittierende oder kontinuierliche Überwachung des Feten ist kardiotokographisch oder sonographisch mit einem steril eingepackten Transducer beziehungsweise Ultraschallkopf möglich (3). Voraussetzungen sind eine adäquate präoperative Aufklärung und eine Infrastruktur mit fachlicher Expertise und interdisziplinärer Kooperation (Perinatalzentrum Level I–II).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0145b

Prof. Dr. med. Gerd Crombach

Gynäkologisch-Geburtshilfliche Abteilung

St. Marien-Hospitals Düren

gcrombach.smh-dn@ct-west.de

1.
Tracey M, Fletcher HS: Appendicitis in pregnancy. Am Surg 2000; 66: 555–9. MEDLINE
2.
Shaver SM, Shaver DC: Perioperative assessment of the obstetric patient undergoing abdominal surgery. J Perianesth Nurs 2005; 20: 160–6. CrossRef
3.
Sakata Y, Oshima T, Tsutsui M, Fukuda I, Satoh T: Laparoscopic choelcystectomy under general anesthesia for a woman in the 28th week of gestation. Jpn J Anesthesiol 2003; 52: 1233–5. MEDLINE
4.
Juhasz-Böss I, Solomayer E, Strik M, Raspé C: Abdominal surgery in pregnancy—an interdisciplinary challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 465–72. VOLLTEXT
1.Tracey M, Fletcher HS: Appendicitis in pregnancy. Am Surg 2000; 66: 555–9. MEDLINE
2.Shaver SM, Shaver DC: Perioperative assessment of the obstetric patient undergoing abdominal surgery. J Perianesth Nurs 2005; 20: 160–6. CrossRef
3.Sakata Y, Oshima T, Tsutsui M, Fukuda I, Satoh T: Laparoscopic choelcystectomy under general anesthesia for a woman in the 28th week of gestation. Jpn J Anesthesiol 2003; 52: 1233–5. MEDLINE
4.Juhasz-Böss I, Solomayer E, Strik M, Raspé C: Abdominal surgery in pregnancy—an interdisciplinary challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 465–72. VOLLTEXT

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