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Eines der Ziele war es, die aktuelle Literatur zu operativen Interventionen in der Schwangerschaft darzustellen. Von Prof. Berger wird die Datenqualität einzelner Studien kritisiert. Dies ist zum Teil berechtigt, da es in der Tat zur Fragestellung des operativen Zugangsweges (Laparotomie versus Laparoskopie) in der Schwangerschaft keine randomisierten kontrollierten Studien gibt. Die Studienergebnisse, die im Manuskript ausführlich dargestellt werden, beruhen auf zwei Metaanalysen sowie zahlreichen überwiegend Fall-Kontroll-Studien. Dass erwartungsgemäß einzelne dieser Studien auch ihre methodischen Schwächen haben, wird von Herrn Berger zu Recht kritisch angemerkt. Dennoch ist es im Zeitalter der evidenzbasierten Medizin unerlässlich, die Patientinnen anhand der bisherigen dargestellten Studiendaten aufzuklären.

Prof. Crombach verweist nochmals auf die Risiken der Trokarplatzierung im Rahmen der Laparoskopie (LSK). Wie bereits im Manuskript erwähnt möchten wir nochmals betonen, dass die Trokarplatzierung der Uterusgröße angepasst werden sollte und damit gegebenenfalls vom hauseigenen üblichen Vorgehen abgewichen werden soll. Inwiefern eine „offene“ LSK das Risiko einer Uterusverletzung in der Schwangerschaft – wie von Herrn Crombach angemerkt – minimieren kann, bleibt anhand der Daten unklar beziehungsweise wird kontrovers diskutiert (1). Daher obliegt es nach Ansicht der Autoren dem Operateur, das für ihn sicherste Eingehen in das Abdomen zu verwenden.

Herr Crombach beschreibt zwei (wohl intraoperative) intrauterine Fruchttode und vermisst eine Empfehlung zur intraoperativen fetalen Überwachung. Mögliche methodische Vorgehen zur intraoperativen fetalen Überwachung (zum Beispiel sterile Ultraschall- beziehungsweise Kardiotokographie[CTG]- Kontrollen) werden im Diskussionsbeitrag dargestellt. Eine generelle intraoperative fetale Überwachung kann seitens der Autoren nicht angeraten werden. Dies liegt einerseits daran, dass die meisten Erfahrungen/Studienergebnisse ohne eine intrauterine fetale Überwachung gesammelt wurden. Wie bereits im Manuskript erwähnt, werden auch die Feten intraoperativ/intrauterin narkotisiert. Dies führt zu Veränderungen zum Beispiel in der fetalen Herzfrequenz (und damit des CTGs oder Ultraschalls). Man kann nicht ausschließen, dass es mangels weniger Erfahrungen in der Interpretation dieser Überwachungsmethoden bei narkotisierten Feten es zu einem Anstieg der Frühgeburten kommt. Die vorhandene Literatur zum intraoperativen Monitoring zeigt zudem, dass die Mortalität durch ein intraoperatives Monitoring nicht verbessert werden kann (2, 3). Auch die US-Leitlinie empfiehlt lediglich eine prä- und postoperative Überwachung (1).

Dennoch sollten, wie auch von Herrn Crombach betont, Operationen bei Schwangeren in Perinatalzentren mit entsprechender interdisziplinärer Erfahrung durchgeführt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0146

PD Dr. med. Ingolf Juhasz-Böss

Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin

Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

ingolf.juhasz-boess@uks.eu

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Pearl J, Price R, Richardson W, Fanelli R: Guidelines for diagnosis, treatment, and use of laparoscopy for surgical problems during pregnancy. Surg Endosc 2011; 25: 3479–92. CrossRef MEDLINE
2.
Glasgow RE, Visser BC, Harris HW, Patti MG, Kilpatrick SJ, Mulvihill SJ: Changing management of gallstone disease during pregnancy. Surg Endosc 1998; 12: 241–6. CrossRef
3.
Graham G, Baxi L, Tharakan T: Laparoscopic cholecystectomy during pregnancy: a case series and review of the literature. Obstet Gynecol Surg 1998; 53: 566–74. CrossRef
4.
Juhasz-Böss I, Solomayer E, Strik M, Raspé C: Abdominal surgery in pregnancy—an interdisciplinary challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 465–72. VOLLTEXT
1.Pearl J, Price R, Richardson W, Fanelli R: Guidelines for diagnosis, treatment, and use of laparoscopy for surgical problems during pregnancy. Surg Endosc 2011; 25: 3479–92. CrossRef MEDLINE
2.Glasgow RE, Visser BC, Harris HW, Patti MG, Kilpatrick SJ, Mulvihill SJ: Changing management of gallstone disease during pregnancy. Surg Endosc 1998; 12: 241–6. CrossRef
3.Graham G, Baxi L, Tharakan T: Laparoscopic cholecystectomy during pregnancy: a case series and review of the literature. Obstet Gynecol Surg 1998; 53: 566–74. CrossRef
4.Juhasz-Böss I, Solomayer E, Strik M, Raspé C: Abdominal surgery in pregnancy—an interdisciplinary challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 465–72. VOLLTEXT

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