ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2015Nutzen: „Therapeutische Indikation“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Goldstandard einer Leberpunktion sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn sich hieraus eine therapeutische Indikation ergibt. Die Sonographie als nichtinvasives Screeningverfahren verliert an Genauigkeit in Frühstadien und ist stark untersucherabhängig. Wir präferieren daher als Screeningmethode den „Fatty Liver Index“ (FLI). Bedogni et al. beschreiben in ihren Publikationen (1, 2) einen einfachen und genauen Indikator, welcher aus einem Algorithmus aus Triglyzeriden (mg/dL), BMI (kg/m²), Gamma-GT (U/L) und Bauchumfang (cm) den FLI berechnet und zwischen 0 und 100 variieren kann. Ein FLI < 30 (negative Likelihood-Ratio = 0,2) schließt eine Fettleber mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, ein FLI > 60 (positive Likelihood-Ratio = 4,3) weist auf eine Fettleber hin.

Nachfolgende Arbeiten konnten die Bedeutung des FLI untermauern. Ein FLI von > 60 zeigt mit einer 78%igen Wahrscheinlichkeit eine Leberverfettung an, während ein FLI von 20 oder niedriger eine solche mit 91%iger Wahrscheinlichkeit ausschließt.

Der FLI kann nicht nur als Screening-Maßnahme genutzt werden, sondern ist zusätzlich auch zur Verlaufskontrolle nach diätetischen Maßnahmen sinnvoll. So zeigte eine multivariante adjustierte Analyse bei über 3 000 Patienten mit Koronarangiographie (3) bei der Gruppe mit einem FLI über 75,6 eine statistisch hochsignifikante erhöhte kardiovaskuläre Mortalität, nichtkardiovaskuläre Mortalität (Infektionen, Krebs, Lebererkrankungen), sowie eine deutlich erhöhte Gesamtmortalität.

Da „gerade den niedergelassenen Kollegen eine wichtige Steuerungsfunktion zukommt“ ist der einfach und kostengünstig zu bestimmende FLI sowohl als Screening-Methode als auch zur Verlaufskontrolle ideal geeignet.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0143c

Dr. med. Hardy Walle

Bodymed AG, Kirkel

h.walle@bodymed.com

Interessenkonflikt

Dr. Walle ist Vorstand der Bodymed AG und Geschäftsführer der Thanaka GmbH.

1.
Bedogni G, Bellentani S, Miglioli L, et al.: The fatty liver index: A simple and accurate predictor of hepatic steatosis in the general population. BMC Gastroenterol 2006; 6: 33. CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.
Bedogni G, Kahn HS, Bellentani S, Tiribelli C: A simple index of lipid overaccumulation is a good marker of liver steatosis. BMC Gastroenterology 2010; 10: 98. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Lerchbaum E, Pilz S, Grammer TB, et al.: The fatty liver index is associated with increased mortality in subjects referred to coronary angiography; Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases 2013; 23: 1231–8. CrossRef MEDLINE
4.
Weiß J, Rau M, Geier A: Non-alcoholic fatty liver disease: epidemiology, clincal course, investigation and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 447–52. VOLLTEXT
1. Bedogni G, Bellentani S, Miglioli L, et al.: The fatty liver index: A simple and accurate predictor of hepatic steatosis in the general population. BMC Gastroenterol 2006; 6: 33. CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.Bedogni G, Kahn HS, Bellentani S, Tiribelli C: A simple index of lipid overaccumulation is a good marker of liver steatosis. BMC Gastroenterology 2010; 10: 98. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Lerchbaum E, Pilz S, Grammer TB, et al.: The fatty liver index is associated with increased mortality in subjects referred to coronary angiography; Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases 2013; 23: 1231–8. CrossRef MEDLINE
4.Weiß J, Rau M, Geier A: Non-alcoholic fatty liver disease: epidemiology, clincal course, investigation and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 447–52. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige