ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2015Tobias Moser: Mit Optik das Hören verbessern

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Tobias Moser: Mit Optik das Hören verbessern

Dtsch Arztebl 2015; 112(9): A-381 / B-329 / C-323

Grunert, Dustin

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Prof. Dr. med. Tobias Moser von der Universitätsmedizin Göttingen hat mit seinen Arbeiten erheblich zu einem besseren Verständnis synaptischer Prozesse im Innenohr und damit der Grundlage des Hörens beigetragen. Seine Ansätze wurden nun mit dem mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewürdigt.

Tobias Moser, Foto: Universitätsmedizin Göttingen
Tobias Moser, Foto: Universitätsmedizin Göttingen

„Wir gehen vom Einzelmolekül bis hin zur Klinik“, erläuterte Moser. Sein Hauptinteresse gilt den Haarsinneszellen im Innenohr, deren Verlust jeder Mensch ab einem gewissen Alter erleidet und der zu erheblich schlechterem Hören führt. Besondere Bedeutung haben dabei seine Arbeiten zur Synapse der inneren Haarsinneszellen, der „Ribbon-Syn-apse“. Diese ist, wie Moser entschlüsseln konnte, für die synchrone Aktivität der Hörnerven verantwortlich und damit die Grundlage für die Wahrnehmung der Tonhöhen und für die Schalllokalisation. Auf diese Weise konnte er auch zeigen, wie es möglich ist, mit Milli- und teilweise Mikrosekunden-Genauigkeit akustische in bioelektrische Signale umzusetzen.

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Auf translationalem und klinischem Gebiet entwickelte Moser zudem mit optischen Stimulationen im Innenohr eine vielversprechende Alternative zur derzeit gebräuchlichen elektrischen Stimulation durch Cochlea-Implantate. Moser und sein Forschungsteam arbeiten daran, diese Alternative für den Patienten nutzbar zu machen. „Wir wissen noch zu wenig über das Hören. Ich hoffe, dass sich der Fokus mehr auf dieses Gebiet richten wird“, erklärte Moser. Dustin Grunert

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