SUPPLEMENT: Perspektiven der Pneumologie & Allergologie

Allergiker unterversorgt

Dtsch Arztebl 2015; 112(9): [27]

EB

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Wer in Deutschland an einer Allergie leidet, hat nur noch eine geringe Chance auf diagnostische und therapeutische Spitzenleistung. „Die Zahl der ärztlichen Praxen, die allergologische Diagnostik und Therapie durchführen, geht weiter zurück“, kritisiert das Aktionsforum Allergologie (AFA) – ein Zusammenschluss von wissenschaftlichen Gesellschaften und Berufsverbänden – kürzlich auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Das AFA bezieht auf ein Gutachten des Gesundheitsökonom Prof. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen, wonach die Asthma- und Rhinitis-Prävalenz von 2007 bis 2010 weiter gestiegen ist. Die Anzahl der Praxen dagegen, die allergologische Diagnostik und Therapie durchführen, hat im selben Zeitraum um rund ein Drittel abgenommen.

Eine weiteres Ergebnis: Die Spezifische Immuntherapie (SIT) wurde im bei Asthmapatienten um sechs und bei Rhinitispatienten um 13 Prozentpunkte seltener durchgeführt. Eine leitliniengerechte Therapie müsste jedoch zu einem höheren Anteil von Patienten mit einer spezifischen Immuntherapie führen, urteilt das AFA. Unzureichende Diagnostik und Behandlung einer allergischen Erkrankung führe jedoch zur Progredienz und letztlich zu einem schwerwiegenderen Leiden.„Wenn sich die Situation nicht bald grundsätzlich ändert, wird die ohnehin hohe Anzahl allergischer Erkrankungen sich weiter nach oben entwickeln“, prognostiziert Prof. Dr. med. Harald Renz vom Universitätsklinikum Marburg.

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Dabei gebe es in anderen Ländern durchaus Vorbilder für gute Allergikerversorgung. In Finnland zum Beispiel sei nach Einführung eines Allergieprogramms das Versorgungsproblem der Patienten in kurzer Zeit weitgehend gelöst worden. Hierzulande würde ein Disease Management Programm (DMP) die Therapie von Allergikern wieder auf sichere Füße stellen, meint Priv.-Doz. Dr. med. Kirsten Jung aus Erfurt: „Wir stehen bereits in Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern.“ EB

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