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Wir danken den Kollegen Hortmann, et al. für Ihre ergänzende und zustimmende Einschätzung der Atemfrequenz als Risikomarker für gefährdete Notfallpatienten. Auch sie haben offenbar die Erfahrung gemacht, dass dieses Wissen in der klinischen Praxis noch nicht ausreichend umgesetzt wird. Da die Atemfrequenz Bestandteil von verschiedenen etablierten Instrumenten zur Prognoseeinschätzung bei akut Erkrankten ist (unter anderem auch des erwähnten „Emergency Severity Index“ [ESI] oder des CRB [„confusion, respiratory rate, blood pressure“]-65-Index), ist für deren Anwendung die valide Bestimmung Voraussetzung.

Der systematische Einsatz von validierten Instrumenten zur strukturierten Unterstützung ärztlicher Triageentscheidungen, wie ihn unter anderem die Kollegen der Notaufnahmen in Nürnberg und Basel erfolgreich pflegen, hat unabdingbar die Voraussetzung, dass die Atemfrequenz verlässlich bestimmt wird. Hortmann et al. zeigen eindrucksvoll, dass die erfolgreiche Implementierung eines solchen Instrumentes (hier ESI) im Rahmen eines strukturierten, multidimensionalen Versorgungskonzepts einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität leisten kann. Zu den berichteten Ergebnissen bei der ambulant erworbenen Pneumonie kann man den Kollegen nur gratulieren (1).

Folgen also der Risikoeinschätzung auch entsprechende, an das individuelle Risiko angepasste klinische Konsequenzen (zum Beispiel intensiviertes Monitoring, schnelle Therapie, Entlassung, Aufnahme), so profitiert der Patient davon. Von der Einschätzung alleine profitiert er natürlich nicht; ein wichtiger Punkt den Prof. von Wichert in seinem Beitrag anspricht und auf den wir in der Diskussion unserer Arbeit auch hinweisen: „Pathologische Atemfrequenzen müssen also weiter abgeklärt und die entsprechenden Patienten engmaschig (zum Beispiel am Monitor) überwacht werden.“ In aktuellen Leitlinien wird die Anwendung des CRB-65-Index und damit die Atemfrequenz zur Risikoabschätzung und Entscheidungsunterstützung (zum Beispiel stationäre Aufnahme, intensivierte Überwachung) ausdrücklich empfohlen und hat dann einen unmittelbaren Nutzen für den Patienten (2, 3). Die Pathophysiologie der Atemfrequenzregulation darzustellen, hätte den Rahmen und die Zielsetzung dieser Originalarbeit überschritten. Wir haben uns daher auf den Hinweis beschränkt, dass unter anderem Hyperkapnie, Hypoxie und metabolische Azidose zu einem Anstieg der Atemfrequenz führen können.

Einfach anzuwendende, automatisierte Messverfahren der Atemfrequenz könnten die Akzeptanz der Bestimmung im Alltag erhöhen. Derzeit gibt es verschiedene Entwicklungen bei neuen Messverfahren, die – soweit sie kostengünstig valide Ergebnisse liefern – zukünftig in der Akutmedizin Einsatz finden könnten. Neben den von Hortmann et al. erwähnten Verfahren, könnten dies beispielsweise auch Analyseverfahren akustischer Phänomene der Atmung sein. (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0174

Für die Autoren:

PD Dr. med. Richard Strauß

Universitätsklinikum Erlangen

Medizinische Klinik 1

richard.strauss@uk-erlangen.de

Interessenkonflikt
PD Strauß wurde für Beratertätigkeiten honoriert von Swedish Orphan Biovitrum, Biotest und Pfizer. Erstattung von Teilnahmegebühren von Kongressen erhielt er von Bayer Vital, Pfizer und Infetcopharm.
Er bekam Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Tagungen von Bayer Vital,
Pfizer, Infectopharm und MSD.

1.
Hortmann M, Heppner HJ, Popp S, et al.: Reduction of mortality in community-acquired pneumonia after implementing standardized care bundles in the emergency department. Eur J Emerg Med 2014; 21: 429-35. CrossRef CrossRef MEDLINE
2.
Hoffken G, Lorenz J, Kern W, et al.: Epidemiology, diagnosis, antimicrobial therapy and management of community-acquired pneumonia and lower respiratory tract infections in adults. Guidelines of the Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy, the German Respiratory Society, the German Society for Infectiology and the Competence Network CAPNETZ Germany. Pneumologie 2009; 63: e1–68. MEDLINE
3.
Woodhead M, Blasi F, Ewig S, et al.: Guidelines for the management of adult lower respiratory tract infections—full version. Clin Microbiol Infect 2011; 17: e1–59. CrossRef CrossRef
4.
Sahgal N: Monitoring and analysis of lung sounds remotely. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 2011; 6: 407–12. CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.
Strauß R, Ewig S, Richter K, König T, Heller G, Bauer TT: The prognostic significance of respiratory rate in patients with pneumonia—a retrospective analysis of data from 705 928 hospitalized patients in Germany from 2010–2012. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 503–8. VOLLTEXT
1.Hortmann M, Heppner HJ, Popp S, et al.: Reduction of mortality in community-acquired pneumonia after implementing standardized care bundles in the emergency department. Eur J Emerg Med 2014; 21: 429-35. CrossRef CrossRef MEDLINE
2.Hoffken G, Lorenz J, Kern W, et al.: Epidemiology, diagnosis, antimicrobial therapy and management of community-acquired pneumonia and lower respiratory tract infections in adults. Guidelines of the Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy, the German Respiratory Society, the German Society for Infectiology and the Competence Network CAPNETZ Germany. Pneumologie 2009; 63: e1–68. MEDLINE
3.Woodhead M, Blasi F, Ewig S, et al.: Guidelines for the management of adult lower respiratory tract infections—full version. Clin Microbiol Infect 2011; 17: e1–59. CrossRef CrossRef
4.Sahgal N: Monitoring and analysis of lung sounds remotely. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 2011; 6: 407–12. CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.Strauß R, Ewig S, Richter K, König T, Heller G, Bauer TT: The prognostic significance of respiratory rate in patients with pneumonia—a retrospective analysis of data from 705 928 hospitalized patients in Germany from 2010–2012. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 503–8. VOLLTEXT

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