ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2015Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie
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Hintergrund: Etwa 25–90 % aller elektiv operierten Patienten erleiden eine unbeabsichtigte postoperative Hypothermie (Körperkerntemperatur < 36 °C). Dies ist mit einem relativen Risiko von 3,25 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] 1,35–7,84) für postoperative Wundinfektionen, 4,49 (95-%-KI 1,00–20,16) für kardiale Komplikationen und 1,33 (95-%-KI 1,06–1,66) für Bluttransfusionen im Vergleich zu normothermen Patienten assoziiert. Hypotherme Patienten fühlen sich unwohl und haben bei Kältezittern einen um etwa 40 % erhöhten Sauerstoffverbrauch.

Methode: Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche bis einschließlich Oktober 2012 mit einer weiteren Literatursuche von November 2012 bis August 2014. Die Empfehlungen wurden im strukturierten Konsensusverfahren von fünf Fachgesellschaften erarbeitet und konsentiert.

Ergebnisse: Die Körperkerntemperatur soll 1–2 Stunden vor Beginn der Anästhesie und intraoperativ kontinuierlich oder alle 15 Minuten gemessen werden. Je nach Operationsgebiet soll die Temperatur perioperativ oral, naso-/oropharyngeal, ösophageal, vesikal oder direkt tympanal gemessen werden. Präoperativ sollen Patienten 20–30 Minuten aktiv vorgewärmt werden, um den Temperaturabfall effektiv zu verringern. Vorgewärmte Patienten müssen erst ab einer geplanten Anästhesiedauer länger als 60 Minuten auch intraoperativ aktiv gewärmt werden (ansonsten bereits ab 30 Minuten). Die Temperatur im Operationssaal soll bei Erwachsenen mindestens 21 °C, bei Kindern mindestens 24 °C betragen. Infusionen und Blutprodukte sollen ab Infusionsraten von > 500 mL/h gewärmt werden. Perioperativ soll die größtmögliche Körperoberfläche isoliert werden. Eine Allgemeinanästhesie sollte bei Normothermie ausgeleitet werden. Eine postoperative Hypothermie soll bis zum Erreichen von Normothermie mit konvektiver oder konduktiver Wärme und ein sogenanntes „shivering“ (Kältezittern) kann medikamentös therapiert werden.

Schlussfolgerung: Eine unbeabsichtigte perioperative Hypothermie kann das Operationsergebnis und den postoperativen Verlauf negativ beeinflussen und sollte aktiv vermieden werden.

LNSLNS

Eine Hypothermie (Körperkerntemperatur < 36 °C) entwickeln postoperativ 26–90 % aller elektiv operierten Patienten (1). Das Hypothermierisiko ist besonders hoch bei Patienten über 60 Jahren mit schlechtem Ernährungsstatus und Vorerkrankungen, die die Thermoregulation beeinträchtigen (zum Beispiel Diabetes mellitus mit Polyneuropathie), aber auch bei großen und lange dauernden chirurgischen Eingriffen und je niedriger die Temperatur im OP-Saal ist.

Tritt eine Hypothermie ein, beträgt das relative Risiko für schwere Komplikationen wie Wundheilungsstörungen 3,25 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] 1,35–7,84), für kardiale Störungen 4,49 (95-%-KI 1,00–20,16) und für vermehrte Blutungen mit Bluttransfusionen 1,33 (95-%-KI 1,06–1,66) im Vergleich mit Normothermie (2). Vor diesem Hintergrund erfordert die aktuelle Evidenzlage zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von perioperativer Hypothermie eine Umsetzung in praxisrelevante Empfehlungen. Diese waren das Ziel der ersten deutschsprachigen interdisziplinären S3-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKIC), der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) und der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) (eGrafik 1). Die wesentlichen Leitsätze werden im Folgenden dargestellt, für detaillierte Ausführungen verweisen die Autoren auf die Langfassung der Leitlinie (3).

Entwicklungsprozess der Leitlinie
Grafik
Entwicklungsprozess der Leitlinie
Leitlinien-Recherche zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
eGrafik 1
Leitlinien-Recherche zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“

Methodik

Die Entwicklung dieser Leitlinie wurde in Marburg initiiert und methodisch durch Frau Prof. Dr. Ina Kopp von der AWMF begleitet. Die Leitliniengruppe umfasste 14 Experten, davon neun als Kapitel-verantwortliche Autoren (Bein, Bräuer, Höcker, Horn, Ittner, Torossian, Schmittenbecher, Welk, Weyland) (Kasten).

Zusammensetzung der Leitliniengruppe zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
Kasten
Zusammensetzung der Leitliniengruppe zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“

Im Rahmen der konstituierenden Konsensuskonferenz stellte der Koordinator eine orientierende Literaturrecherche vor, und die Leitliniengruppe konsentierte im nominalen Gruppenprozess Schlagwörter zur Literatursuche in PubMed, APC Journal Club und CINAHL sowie fünf klinische Schlüsselfragen.

  • Wie ist die normale Körperkerntemperatur eines operativen Patienten, wann und wo soll diese perioperativ verlässlich gemessen werden?
  • Was sind die Risikofaktoren für die Entstehung einer perioperativen Hypothermie?
  • Was sind die Folgen einer perioperativen Hypothermie?
  • Welche Wärmemaßnahmen zur Reduktion von perioperativer Hypothermie gibt es?
  • Wie soll die Leitlinie implementiert werden?

Der Koordinator wurde mit einer Leitlinienrecherche/Synopsis beauftragt, um eine Adaptation von Empfehlungen vornehmen zu können („Leitlinien-Adaptation“). Die Suche erfolgte in GIN, AHRQ (National Guidelines Clearinghouse), Cochrane Library sowie Medline via PubMed einschließlich einer Handrecherche. Es wurden vier internationale Leitlinien identifiziert (2, 46) und nach DELBI, Domäne 3 (7), bewertet (eGrafik 1). Die NICE Clinical Guideline 65 von 2008 (2) erzielte die beste Bewertung (primäre Quellleitlinie). Aus dieser Leitlinie wurde das Kapitel „Risikofaktoren“ gekürzt übernommen. Anschließend führte der Koordinator eine systematische Aktualisierungsrecherche („de-novo-Aufbereitung der Evidenz“) von 2006–2012 für die Kapitel „prewarming“, „intraoperative Wärmung“, und „shivering“ mittels MeSH-Terms in Medline durch (eGrafik 2, Beispiel für Suche). Es wurden nur Studien mit Patienten (keine Fallberichte) und englisch-, deutsch- beziehungsweise französischsprachige Publikationen berücksichtigt (formale Auswahl). Die identifizierte Literatur wurde weiter selektiert anhand des Titels, der Abstracts und des Volltextes zur Beantwortung obiger Schlüsselfragen (inhaltliche Auswahl). Da die Kapitel „Körpernormaltemperatur“ und „Körpertemperaturmessung“ in der NICE-Guideline unzureichend abgebildet sind, wurde analog eine eigene Publikation hierzu (8) aktualisiert. Aus insgesamt 4 865 identifizierten Arbeiten wurden 243 relevante ausgewählt und als themenspezifische Literaturpakete den Kapitel-Verantwortlichen zur Einzelbewertung anhand strukturierter Checklisten (modifiziert nach SIGN [9]) übermittelt. Die Bewertungsergebnisse wurden in Evidenztabellen zusammengefasst.

Literatursuche am Beispiel „intraoperative Patientenwärmung“ zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
eGrafik 2
Literatursuche am Beispiel „intraoperative Patientenwärmung“ zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“

In dieser Kurzfassung der Leitlinie werden nur ausgewählte Arbeiten zitiert, die als Grundlage für zentrale Empfehlungen dienen. Die Endfassung der von den Autoren erarbeiteten Empfehlungen erfolgte im Rahmen dreier Treffen der Steuergruppe, zuletzt am 22. 3. 2013. Auf dieser Basis einschließlich des Volltextentwurfs erfolgte die abschließende Abstimmung durch alle Mitglieder der Leitliniengruppe in einer online-Delphi-Runde mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens. Eine aktualisierte Literatursuche in PubMed im Zeitraum vom 1. 11. 2012–19. 8. 2014 ergab 12 Publikationen, wovon drei relevante berücksichtigt wurden (Tabelle 1).

Vereinfachtes Schema zur Überleitung von Evidenz- und Empfehlungsstärken
Tabelle 1
Vereinfachtes Schema zur Überleitung von Evidenz- und Empfehlungsstärken

Die vorliegende Leitlinie nutzt als Grundlage zur Evidenzdarlegung die Evidenzkategorien des Oxford Centre for Evidence Based Medicine (10). Die Stärke einer Empfehlung korrespondiert mit dem Ergebnis der klinischen Anwendbarkeit der methodisch aufgearbeiteten Evidenzen („considered judgement“) (Grafik). Das in der Leitlinie verwendete Schema zur Überleitung von Evidenz- zu Empfehlungsgraden ist in der Tabelle vereinfacht dargestellt (Tabelle 2). Die Empfehlungen werden analog zur Graduierung formuliert: starke Empfehlung: „soll“ (A); Empfehlung: „sollte“ (B); Empfehlung offen: „kann“ (Handlungsoption, 0). Negativ-Empfehlungen werden sprachlich ausgedrückt („nicht“). Die Leitlinie wurde durch die DGAI finanziert, die Erstellung erfolgte in redaktioneller Unabhängigkeit. Die Autoren und Teilnehmer der Konsensusverfahren waren ehrenamtlich tätig und legten eine schriftliche Erklärung zu eventuell bestehenden Interessenskonflikten, insbesondere gegenüber der Industrie, vor. Die Details der Methodik sind ausführlich im Leitlinien-Methodenreport wiedergegeben (11).

Übersicht aktualisierte Literaturrecherche Medline 1. 11. 2012 bis 19. 8. 2014 zur Leitlinie „Vermeidung von perioperativer Hypothermie“
Tabelle 2
Übersicht aktualisierte Literaturrecherche Medline 1. 11. 2012 bis 19. 8. 2014 zur Leitlinie „Vermeidung von perioperativer Hypothermie“

Normalwert der Körperkerntemperatur und Definition der Hypothermie

Bereits im Jahr 1860 wurde durch den Leipziger Arzt Carl Wunderlich anhand von axillären Temperaturmessungen mit Quecksilberthermometern bei Tausenden von Patienten das Paradigma der mittleren Körpernormaltemperatur von 37 °C aufgestellt (12). Auch die heute noch übliche „Fieberkurve“ hat Wunderlich zur Verlaufsbeobachtung stationärer Patienten eingeführt. Das Paradigma ließ sich auch mit modernen Thermometern und an Körperkern-näheren Messorten bestätigen. Mittlerweile ist aber auch bekannt, dass die Körpertemperatur einem Biorhythmus unterliegt und tages- beziehungsweise jahreszeitlich schwankt. Der Gesamtmetabolismus trägt über die Wärmeproduktion zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei und wird durch körperliche Aktivität und hormonell beeinflusst.

Daher kann ein Temperaturnormalbereich von 36–37,5 °C festgestellt werden (13). Folglich ist, wie auch in internationalen Leitlinien anerkannt, eine Körperkerntemperatur von 36 °C als Hypothermiegrenze anzusehen.

Epidemiologische und pathophysiologische Aspekte von perioperativer Hypothermie

Eine europaweite Erhebung zur Praxis der intraoperativen Patientenwärmung ergab, dass nur 40 % aller Patienten in Allgemeinanästhesie intraoperativ gewärmt und nur bei 20 % die Temperatur gemessen wurde. Bei Patienten mit Regionalanästhesie wurden sogar nur 20 % der Patienten gewärmt und nur 6 % erhielten eine Temperaturmessung (14). Daraus muss man schlussfolgern, dass die Notwendigkeit der Vermeidung einer unbeabsichtigten perioperativen Hypothermie im Bewusstsein von Anästhesisten und der Anästhesiepflege, aber auch bei Operateuren und Funktionsdiensten unzureichend verankert ist.

Nach Einleitung einer Allgemeinanästhesie ist der Temperatur-„Sollwert“ im Hypothalamus herabgesetzt. Die Auskühlung des Patienten resultiert im Wesentlichen aus der Wärmeumverteilung nach Narkoseeinleitung und der Wärmeabgabe des Körpers (Netto-Wärmeverlust). Der physikalische Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung findet über vier Mechanismen statt:

  • Radiation (Wärmeabstrahlung), die circa 50–70 % ausmacht
  • Konvektion (Wärmeabgabe über den Luftzug), die circa 15–25 % beträgt
  • Evaporation (Verdunstung von Flüssigkeit über Haut und Schleimhäute) mit 5–20 %
  • Konduktion (Wärmeübertragung durch direkten Kontakt) mit circa 3–5 %.

Für weitere Ausführungen zur perioperativen Thermoregulation verweisen die Autoren auf die Langfassung der Leitlinie (3).

Hypothermiediagnostik: Messung der perioperativen Körperkerntemperatur

Die Körperkerntemperatur ist ein Vitalparameter. Um einer Hypothermie vorzubeugen und sie frühzeitig zu erkennen, soll die Körperkerntemperatur des Patienten vor Transport in den OP (1–2 Stunden vor Beginn der Anästhesie) und auch bei Ankunft im OP gemessen werden (Expertenkonsens). Intraoperativ ist eine kontinuierliche Temperaturüberwachung zu empfehlen. Wenn intermittierend gemessen wird, so sollte dies mindestens alle 15 Minuten erfolgen (Expertenkonsens). Dies setzt eine Temperaturmessmöglichkeit an jedem Anästhesiearbeitsplatz voraus (Expertenkonsens), auch wenn dies derzeit nur für den Anästhesiearbeitsplatz für Kindernarkosen festgeschrieben ist (15).

Messmethode und Ort der Messung der perioperativen Körperkerntemperatur

In der Praxis ist die Körpertemperaturmessung – abhängig von der Methode und dem Messort – mit erheblichen Ungenauigkeiten behaftet. Perioperativ sollte die Körperkerntemperatur möglichst am gleichen Ort und mit der gleichen Methode gemessen werden (Expertenkonsens). Die invasive Messung der Körperkerntemperatur in der A. pulmonalis über einen Swan-Ganz-Katheter gilt als Referenzort. Unter den wenig invasiven Messorten ist die orale (sublinguale) Temperaturmessung derzeit am verlässlichsten (LoE Ib, 16, Empfehlungsgrad A). Sie ist einfach durchzuführen, reproduzierbar und korreliert gut mit der Körperkerntemperatur und kann prä- und postoperativ, aber auch intraoperativ angewendet werden (17). Perioperativ sind – abhängig vom OP-Gebiet – auch die naso-/oropharyngeale, ösophageale, vesikale oder direkt tympanale Temperaturmessung als wenig invasive Methoden geeignet (LoE IIa, 16, Empfehlungsgrad A).

Die schnelle Infrarot-Ohr-Temperaturmessung ist ungenau, da meist nur die Gehörgangs-, nicht aber die Trommelfelltemperatur erfasst wird. Dies bedingt große Abweichungen zur Körperkerntemperatur von 1–2 °C und liefert auch anwenderabhängig unterschiedliche Werte. Daher kann die Methode nicht empfohlen werden (LoE Ib, 16, Empfehlungsgrad A).

Risikofaktoren für eine unbeabsichtigte perioperative Hypothermie

Bereits in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts stellte der englische Arzt Sir George Pickering fest, die effektivste Methode, einen Menschen zu kühlen, sei ihn in Narkose zu versetzen. Diese anästhesieimmanente Nebenwirkung bedeutet, dass grundsätzlich jeder Patient in Allgemein- und/oder Regionalanästhesie eine Hypothermie entwickelt, wobei für das Ausmaß weitere patienten-, anästhesie-, operations-, pharmaka- und umgebungsbezogene Faktoren benannt werden können. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer perioperativen Hypothermie weisen auf:

  • Ältere Patienten ab dem 60. Lebensjahr
  • Patienten mit erniedrigtem Körpergewicht
  • Patienten mit Vorerkrankungen, die die Thermoregulation beeinträchtigen (beispielsweise Diabetes mellitus mit Polyneuropathie, Hypothyreose oder Sedativa-/Psychopharmakaeinnahme)
  • alle Patienten, die eine höhere ASA(American Society of Anesthesiologists)-Risikoklasse als I haben (klassifiziert die postoperative Mortalität chirurgischer Patienten, wobei das Risiko mit höherer Klasse exponentiell ansteigt).
  • Auch eine bereits bestehende Hypothermie vor dem operativen Eingriff ist ein unabhängiger Risikofaktor für die weitere Auskühlung des Patienten (3).
  • Wird die Allgemeinanästhesie mit einer rückenmarknahen Regionalanästhesie (insbesondere bei hoher spinaler Blockade mit entsprechender Sympathikolyse) kombiniert, steigt das Risiko einer intraoperativen Auskühlung des Patienten weiter an. Auch eine Anästhesiedauer über zwei Stunden und die intraoperative Gabe von großen Infusionsvolumina ungewärmter Lösungen beziehungsweise Transfusion von 4 °C kalten Erythrozytenkonzentraten verstärken die unbeabsichtigte Hypothermie.
  • Art und Umfang sowie die Dauer des chirurgischen Eingriffs sind operationsbezogene Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypothermie. Ebenso die intraoperative Verwendung hoher Volumina ungewärmter Spüllösungen (3).
  • Auch die OP-Saal-Temperatur hat einen entscheidenden Einfluss auf die postoperative Körpertemperatur von Patienten: Sie ist in einem wärmeren OP (21–24 °C) signifikant höher als in einem kälteren OP (18–21 °C), (18). Daher wird eine Raumtemperatur des Operationssaales von mindestens 21 °C bei Erwachsenen und mindestens 24 °C bei Kindern empfohlen (LoE II, 18, Expertenkonsensus).

Folgen einer unbeabsichtigten perioperativen Hypothermie

Die schwersten Komplikationen, die mit einer unbeabsichtigten perioperativen Hypothermie assoziiert sind, sind kardiale Ereignisse (LoE Ia, 2, 3, 19) wie Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkte (20), Gerinnungsstörungen mit verstärkter Blutung und erhöhtem Transfusionsbedarf (LoE Ia, 21), Wundheilungsstörungen (LoE Ia, 2, 3) und Wundinfektionen (22) sowie Druckulzera.

Außerdem wird die Anästhetikawirkung verlängert (23) und die Kaliumkonzentration im Serum fällt ab. Auch der subkutane Sauerstoffpartialdruck wird im Wundgebiet durch die kältebedingte periphere Vasokonstriktion erniedrigt (24). Dies beeinträchtigt auch die Phagozytoseaktivität sauerstoffabhängiger polymorphkerniger Granulozyten und kann so zu vermehrten postoperativen Wundinfektionen führen.

Kältezittern („shivering“) kann bei einer postoperativen Hypothermie mit nachlassender Anästhetikawirkung auftreten. Es wird als ein physiologischer Mechanismus zur Wärmeproduktion angesehen, der von den betroffenen Patienten als sehr unangenehm empfunden wird und den Sauerstoffverbrauch um circa 40 % erhöht (25).

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine perioperative Hypothermie das Operationsergebnis und den postoperativen Verlauf negativ beeinflusst, so dass auch Krankenhausverweildauer und Behandlungskosten erhöht sind (2, 3). Subjektiv fühlen sich die betroffenen Patienten unwohl.

Möglichkeiten der Prophylaxe

Wärmung von Patienten vor der Operation
(Vorwärmung, „prewarming“)

Das Konzept der Patienten-Vorwärmung basiert auf dem vereinfachten Modell, dass die Körperperipherie des Patienten als „Wärmepuffer“ angesehen werden kann. Im Wachzustand besteht ein natürliches Temperaturgefälle zwischen dem Körperkern und der Körperperipherie (Haut) von circa 5–8 °C. Durch Wärmung der Körperoberfläche wird der Gradient erniedrigt und der Gesamtwärmegehalt des Körpers erhöht, so dass der initiale, umverteilungsbedingte Temperaturabfall nach Anästhesieeinleitung verringert wird.

Diese aktive Vorwärmung (zum Beispiel konvektiv) vor Einleitung einer Allgemeinanästhesie („prewarming“) zur Vermeidung der perioperativen Hypothermie ist sehr effektiv (LoE Ia, 26, Empfehlungsgrad A). Dabei soll die Vorwärmung 10–30 Minuten dauern (LoE Ib, 27–29, Empfehlungsgrad A). Auch vor einer Epidural- oder Spinalanästhesie sollten Patienten aktiv vorgewärmt werden (LoE Ib, 28, Empfehlungsgrad B).

Aktive Wärmung von Patienten während der operativen Phase

Die sogenannte konvektive Wärmung mit Hilfe einer Warmluftgebläsedecke ist sehr effektiv, da der größte Teil der Wärmeverluste des Patienten durch Radiation und Konvektion erfolgt. Durch diese Decke strömt erwärmte Luft über die Haut. Die Wärmegeräte sollten gereinigt und mit Filtern entsprechend der Herstellervorgaben verwendet werden, da sie bakteriell besiedelt sein können (30). Eine weitere Steigerung der Effektivität der Wärmung von Patienten ist in Kombination mit Vorwärmung möglich (31).

Während der operativen Phase, also von der Anästhesieeinleitung bis zur Anästhesieausleitung, sollen alle Patienten mit einer Anästhesiedauer länger als 30 Minuten aktiv gewärmt werden (LoE Ia, 2, 3, Empfehlungsgrad A). Bei Patienten, die vorgewärmt wurden, kann bei einer Anästhesiedauer von weniger als 60 Minuten auf eine aktive intraoperative Wärmung verzichtet werden (Expertenkonsens).

Konduktive Wärmeverfahren (das heißt Wärmeübertragung durch direkten Kontakt) können zur Wärmeerhaltung alternativ zu konvektiven Verfahren eingesetzt werden. Dabei sollen Matten, die auf den Körper gelegt werden, verwendet werden. Heizmatten, die unter den Rücken gelegt werden, sollen nur als Ergänzung eingesetzt werden (LoE Ia, 32, 33, Empfehlungsgrad B).

Passive Wärmung

Isolation ist ein externes (passives), effektives Verfahren, welches die radiativen und konvektiven Wärmeverluste über die Haut vermindert. Verschiedene Materialien reduzieren die Wärmeverluste um bis zu 30 % (34). Zusätzlich zur aktiven Wärmung soll die größtmögliche (nicht aktiv gewärmte) Körperoberfläche bedeckt (isoliert) werden (LoE III, Expertenkonsens). Isolation allein reicht zur Aufrechterhaltung intraoperativer Normothermie in der Regel nicht aus. Ein aktuelles Cochrane Review bestätigt, dass nur durch aktive Wärmung die Körpertemperatur um 0,5–1 °C im Vergleich mit Isolation erhöht wird (35).

Wärmung von Infusionen und Blutprodukten

Die Zufuhr größerer Mengen von kalten Infusionslösungen oder Blutprodukten senkt die Körperkerntemperatur (36), daher sollte die Wärmung von Infusionen und Blutprodukten bei Infusionsraten über 500 mL/h intraoperativ ergänzend eingesetzt werden (Expertenkonsens). Die Wärmung von Infusionslösungen in einem Infusionswärmer (sogenannte „inline“-Wärmung) ist sehr effektiv und sollte verwendet werden (LoE II, 2, 3, Empfehlungsgrad B). Bei geringem Flüssigkeitsumsatz ist der alleinige Einsatz von Infusionswärmern ineffektiv zur Normothermieerhaltung (37).

Wärmung von Spüllösungen

Intraoperative Spüllösungen sollen auf 38–40 °C vorgewärmt werden (LoE Ib, 3, 38, Empfehlungsgrad A).

Besondere Patientengruppe: Kinder

Säuglinge haben eine höhere Körperkerntemperatur als ältere Kinder und kühlen aufgrund unreifer Thermoregulationsmechanismen und einer im Verhältnis zum Körpergewicht größeren Körperoberfläche schneller aus (14). Die normale Körperkerntemperatur beträgt bei Kindern bis fünf Jahre 36,5–38,0 °C (LoE IIb, 39). Bis zum zweiten Lebensjahr wird die rektale Messung der Körperkerntemperatur empfohlen (LoE IIb, 39, Empfehlungsgrad A).

Postoperative Phase und Behandlung von Kältezittern („shivering“)

Kältezittern nach Operationen (shivering) tritt bei 10–60 % der Patienten nach Allgemein- (40) und Regionalanästhesie (29) auf und soll ursächlich durch aktive Wärmung therapiert werden. Die ergänzende medikamentöse Therapie kann zum Beispiel mit Clonidin oder Pethidin erfolgen, allerdings ist es ein „off-label use“, da keine der Substanzen hierfür zugelassen ist (LoE IIa, 40, Empfehlungsgrad A).

Maßnahmen der weiter versorgenden Organisationseinheit

Nach Beendigung einer Anästhesie kehren die physiologischen Mechanismen der Thermoregulation rasch wieder zurück. Bei Aufnahme auf die postoperativ nachsorgende Organisationseinheit (Aufwachraum, IMC, Intensivstation, Normalstation) soll die Körperkerntemperatur des Patienten gemessen werden (Expertenkonsens). Ist der Patient postoperativ hypotherm, soll er bis zum Erreichen von Normothermie aktiv gewärmt werden (Expertenkonsens). Dabei soll die Körperkerntemperatur regelmäßig, zum Beispiel alle 15 Minuten, gemessen werden (Expertenkonsens).

Patientenaufklärung, Implementierung der Leitlinie, Erfolgskontrolle des Wärmemanagements

Patienten sollen vor der Operation über das Risiko einer unbeabsichtigten perioperativen Hypothermie (Ursachen und Folgen, sowie Maßnahmen zur Prophylaxe und Therapie aufgeklärt werden, Expertenkonsens). Zur Implementierung der Leitlinie wird eine perioperative Checkliste empfohlen (Expertenkonsens). Alle 3–6 Monate sollte stichprobenartig die Inzidenz postoperativer Hypothermie (Körperkerntemperatur der Patienten bei Aufnahme im Aufwachraum) erhoben werden.

Interessenkonflikt

Prof. Torossian wurde für eine Beratertätigkeit honoriert von Mölnlycke, GE und Arizant. Teilnahmegebühren für Kongresse sowie Reise- und Übernachtungskosten erhielt er von Arizant und Mölnlycke. Für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben erhielt er Gelder von Mölnlycke und 5 Med.

Prof. Wulf erhielt Institutsdrittmittel für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien von Mölnlycke und Vortragshonorare von Smith Medical und Arizant.

PD Höcker bekam Erstattung für die Teilnahmegebühren von Kongressen sowie Reise- und Übernachtungskosten von 3M. Für Vorträge wurde er honoriert von 3M, Mölnlycke und The 37° Company. Von 3M erhielt er Sachmittelunterstützung für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben.

Prof. Bräuer wird für Beratertätigkeiten honoriert von 3M. Für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Tagungen erhielt er Honorare von 3M und LMA Deutschland. Teilnahmegebühren für Kongresse sowie Reise- und Übernachtungskosten wurden ihm von 3M erstattet. Des Weiteren erhielt er Honorare für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien von Firma LMA Deutschland.

Prof. Bein erhielt Honorare für eine Beratertätigkeit, Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten, für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Tagungen sowie für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von 3M Deutschland.

PD Horn erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 29. 6. 2014, revidierte Fassung angenommen: 17. 12. 2014

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Alexander Torossian
Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie,
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg
Baldinger Straße 1, 35043 Marburg
alexander.torossian@med.uni-marburg.de

Zitierweise
Torossian A, Bräuer A, Höcker J, Bein B, Wulf H, Horn EP: Clinical practice guideline: Preventing inadvertent perioperative hypothermia. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 166–72. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0166

@eGrafiken:
www.aerzteblatt.de/15m0166 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Entwicklungsprozess der Leitlinie
Grafik
Entwicklungsprozess der Leitlinie
Zusammensetzung der Leitliniengruppe zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
Kasten
Zusammensetzung der Leitliniengruppe zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
Vereinfachtes Schema zur Überleitung von Evidenz- und Empfehlungsstärken
Tabelle 1
Vereinfachtes Schema zur Überleitung von Evidenz- und Empfehlungsstärken
Übersicht aktualisierte Literaturrecherche Medline 1. 11. 2012 bis 19. 8. 2014 zur Leitlinie „Vermeidung von perioperativer Hypothermie“
Tabelle 2
Übersicht aktualisierte Literaturrecherche Medline 1. 11. 2012 bis 19. 8. 2014 zur Leitlinie „Vermeidung von perioperativer Hypothermie“
Leitlinien-Recherche zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
eGrafik 1
Leitlinien-Recherche zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
Literatursuche am Beispiel „intraoperative Patientenwärmung“ zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
eGrafik 2
Literatursuche am Beispiel „intraoperative Patientenwärmung“ zur Leitlinie „Vermeidung von unbeabsichtigter perioperativer Hypothermie“
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