SUPPLEMENT: PRAXiS

Telemedizin: Mehr Schub

Dtsch Arztebl 2015; 112(10): [1]

Krüger-Brand, Heike E.

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Telemedizinische Leistungen werden vor dem Hintergrund der verstärkten Kooperation von Ärzten und der medizinischen Versorgung vor allem in unterversorgten Regionen immer wichtiger, heißt es sinngemäß im Referentenentwurf der Bundesregierung für ein E-Health-Gesetz. Daher sollen diese Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ausgebaut und mit Zuschlägen gefördert werden können. Konkret werden aber nur konsiliarische Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen genannt, die der Bewertungsausschuss bis Ende 2016 in den EBM aufnehmen soll.

Zu Recht bemängelt die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin, dass schon einmal ein gesetzlicher Prüfauftrag aus dem Jahr 2012 folgenlos verstrichen ist. Auch weist sie darauf hin, dass obwohl telemedizinische Schlaganfallnetze in einigen Regionen die Versorgung substanziell verbessert haben, diese Versorgung sich nicht bundesweit durchgesetzt hat.

Daher dürfte auch der Plan, telemedizinische Methoden regional durch Zuschläge auf den Orientierungswert zu fördern, wirkungslos verpuffen. Erst müssen nämlich ambulante Leistungen definiert werden, die telemedizinisch erbringbar und im EBM abbildbar sind. Hier wäre deutlich mehr Schub durch den Gesetzgeber nötig. Heike E. Krüger-Brand

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