ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2015Frage der Woche an . . . Dr. med. Andreas Botzlar, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. med. Andreas Botzlar, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes

Warum fordert der Marburger Bund eine Erhöhung der Medizinstudienplätze um zehn Prozent?

EB

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Warum fordert der Marburger Bund eine Erhöhung der Medizinstudienplätze um zehn Prozent?

Botzlar: Wir als Marburger Bund meinen, dass neben den Reformen der Inhalte und der Frage „Wie bekomme ich überhaupt einen Studienplatz?“ auch die Frage der Anzahl der Studienplätze ins Visier genommen werden muss. Derzeit werden pro Jahr etwa 10 500 Studierende zum Medizinstudium zugelassen. Das ist in etwa die gleiche Größenordnung, wie wir sie in der alten Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung gehabt haben. Im Prinzip ist die gesamte Studienkapazität, die die DDR miteingebracht hat, dabei durch den Rost gefallen. Wenn man das kumuliert, müssten es heute rein rechnerisch 16 000 Studienplätze sein. Der Politik muss klar sein, dass für die Versorgung der viel größeren Bevölkerung, die wir heute im Vergleich zu der Zeit vor 1989 haben, die bestehenden Kapazitäten und Medizinabsolventen nicht ausreichen.

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Gleichzeitig sind ja in den letzten Jahrzehnten auch andere Tätigkeitsfelder für Ärztinnen und Ärzte entstanden, die einen bestimmten Bedarf haben. Insofern fordert der Marburger Bund eine Erhöhung der Studienkapazität um mindestens zehn Prozent. Uns geht es vor allem darum, dass ausreichend ärztlicher Nachwuchs ausgebildet wird, der für die kurative Medizin zur Verfügung steht, wenn die großen Ruhestandswellen auf uns zukommen.

Natürlich stellt sich dann auch die Frage, wie das bezahlt werden kann. Hier muss man klar zum Ausdruck bringen, dass die Gewährleistung einer guten medizinischen Versorgung eine der zentralen staatlichen Aufgaben ist – die auch eine höhere Priorität als viele andere Aufgaben hat. Wir meinen auch, dass eine bessere Kooperation zwischen dem Bund und den hoheitlich dafür zuständigen Ländern stattfinden muss. Es ist oft zu beobachten, dass Mittel, die der Bund den Ländern gibt, in allgemeinen Haushaltslöchern versickern. Insofern wäre es vielleicht auch zielführend, wenn man eine direkte Mitfinanzierung von Hochschulen, insbesondere medizinischen Fakultäten und allem was damit zusammenhängt, durch den Bund selbst gewährleisten könnte. EB

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