ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2015Börsebius: Schluss mit lustig

GELDANLAGE

Börsebius: Schluss mit lustig

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ja, es sieht ganz danach aus: Griechenland wurde erfolgreich vor der Staatspleite gerettet. Am Ende siegten aber nicht die Faxenmacher aus Athen. Die wirklichen Taktgeber waren vielmehr die Ängste vor einem Flächenbrand im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen. Natürlich spielte der gottlob sture Wolfgang Schäuble seinen Part auch noch hervorragend. Ende gut, alles gut. Wirklich? Natürlich nicht. Es ist weiß Gott nicht alles in Butter. Beschlossen wurde ja nur die Verlängerung des Hilfsprogrammes der Euroländer, das Ultimo Februar auslief, um weitere vier Monate. Alleine der Hickhack um die berühmte Reformenliste mag uns ahnen lassen, was da alles noch an Blödsinn auf uns zukommt.

Und nicht nur das. Im Sommer dürfte es noch ein weiteres Hilfspaket von 20 Milliarden Euro geben müssen, um Griechenland im Euroraum zu halten. Damit nähern sich der IWF und die Euroländer langsam der 300-Milliarden-Grenze, um die Hellenen vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Dafür, dass sich die Griechen die Mitgliedschaft im Euroraum erschlichen haben, ist das wahrlich eine stolze Summe. In Wirklichkeit hat Hellas die ökonomischen Kriterien für eine EU-Mitgliedschaft nie erfüllt.

Mit Sprüchen wird die Regierung Tsipras diese Summen nicht zurückzahlen. Wir sollten uns eingestehen, dass niemand das kann. Wenn Tsipras und sein schnodderiger Finanzminister mit der EU umgehen wie pubertierende Schulbuben, dann zeigt das nur, dass die derzeitige griechische Regierung kein passa-bles Mitglied der europäischen Währungsgemeinschaft sein will, und wenn, dann bloß als enfant terrible. 

Anzeige

Listig ist also noch lange nicht lustig. Vor allem, wenn es auf Kosten anderer geht. Das fröhliche Über-den-Tisch-Ziehen muss auch mal ein Ende haben. Ein Ende mit Schrecken ist allemal besser als immer neue Hilfspakete zu schnüren, die dann doch allesamt implodieren. Allen Ängsten vor „falschen“ Marktreaktionen zum Trotz müsste nun die Devise lauten: „Schluss mit lustig“. Alles andere kommt uns viel teurer zu stehen. Ehrlich und ernsthaft.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 7. März 2015 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #527423
Dr. Doktor
am Samstag, 14. März 2015, 22:32

Warum?

Ich kann nicht erkennen, warum dieser Artikel beleidigend ist für griechische Ärzte in Deutschland. Können Sie dies erläutern, Herr/Frau antonios105?
Avatar #612077
EEBO
am Samstag, 14. März 2015, 17:14

Anonym?

Ist der Artikel bestimmt nicht, wenn man die darunter stehende Ankündigung zur telefonischen Beratung mitliest! Eine Beleidigung des ärztlichen Berufsstandes oder auch der griechischen Bevölkerung allgemein kann ich wahrlich nicht aus dem Artikel herauslesen, gleich wie man zu seinem Inhalt steht. Daß aber der Kommentar von antonios105 unüberlegt ist, das ist hiermit bewiesen.
Avatar #60393
antonios105
am Samstag, 14. März 2015, 11:03

Äußerst beleidigend für alle griechische Ärzte in Deutschland!!!!

Ich bedauere sehr, dass Ihr Chefredakteur und Leiter der politischen Redaktion Ihnen erlaubt hat diesen Artikel zu veröffentlichen und zwar natürlich anonym!
Sie beleidigen damit alle in Bayern und Deutschland tätigen Griechischen Ärzte.
Ihren Artikel können Sie der BILD weitergeben, aber solche Kommentare haben im DÄ nichts zu suchen. Hoffentlich sind Sie kein Arzt!

Parsalidis Ilias



Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote