ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2015Online-Studie: Anonyme Rache
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. . . Ich persönlich finde die Behauptungen im Artikel absurd, zumal sie in keiner Weise meinen persönlichen Erfahrungen entsprechen: Ich betreibe seit über zehn Jahren eine Einzelpraxis und habe bislang circa 10 000 verschiedene Patienten/-innen in der Sprechstunde gesehen.

Ich habe eindeutige Beweise dafür, großenteils dokumentiert, dass ein großer Anteil meiner vielen Patienten sich zwar zunehmend bei der Arztsuche im Internet „orientiert“, das heißt tatsächlich meint, sich im Internet orientieren zu können, dass aber nur ein verschwindend winziger Teil der Patienten (circa eine Promille) ein Interesse daran hat, mich anschließend „online“ zu „bewerten“ . . .

Der Anteil der „anonymen Rachebewerter“ stellt in meiner Praxis (und ich behaupte nach Gesprächen mit vielen Kollegen: nicht nur in meiner Praxis!) den Hauptanteil der Bewerter dar. Das sind Menschen, die mich zuvor hatten instrumentalisieren wollen (Süchtige, Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen, veritable Sozialbetrüger etc.) und denen ich nicht zu Willen gewesen war . . .

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Diese Menschen, circa zweimal im Jahr kommt dies vor (also nicht ständig . . .), haben sich dann anschließend im „World Wide Web“ an mir zu „rächen“ versucht mit grandios inszenierten narzisstisch überhöhten und natürlich anonym abgegebenen „Rachebewertungen“, die dann nur mit einiger Mühe wieder aus dem Netz herauszubekommen waren, da es natürlich nicht in meinem Interesse sein kann, mich von feigen Heckenschützen desavouieren zu lassen.

Was soll also bitte an jameda ehrlich, seriös sein, in sachlicher Hinsicht wenigstens im Ansatz verstehbar?

Und: Wer sagt uns etwas darüber, wie seriös all diese Lobhudelbewertungen, die zuhauf im Netz kursieren und jameda jede Menge Vernetzungen bescheren, sind, was sie wirklich taugen? . . .

Joachim Bögel, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 73728 Esslingen

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