ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1999Krankenkasse muß Rücktransport nicht zahlen

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Krankenkasse muß Rücktransport nicht zahlen

afp

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LNSLNS Die gesetzlichen Krankenkassen sind grundsätzlich nicht für einen Rücktransport von Versicherten aus dem Urlaub zuständig. Das gilt auch für einen Urlaub in Ländern der Europäischen Union (EU) und selbst dann, wenn die Ärzte dort den Rücktransport für geboten halten. Das hat kürzlich das Bundessozialgericht entschieden. Dem Urteil zufolge kann ein Rücktransport generell nur privat abgesichert werden. (Az.: B 1 Kr 1/98)
Nach dem Sozialgesetzbuch gehört zwar der Transport zum Behandlungsort zu den Leistungen der Kassen, doch sind "die Kosten des Rücktransports in das Inland" ausgenommen. Mit seinem ersten Urteil in dieser Frage zu dem vor zehn Jahren in Kraft getretenen Gesetz bekräftigte das oberste Sozialgericht nun seine frühere Rechtsprechung, die stark zur Entwicklung der privaten Reise-Krankenversicherungen beigetragen hat. Auch das europäische Recht führe zu keinem anderen Ergebnis, hieß es.
Im vorliegenden Fall wurde eine Urlauberin in einen Autounfall auf der griechischen Insel Samos verwickelt. Dabei erlitt sie einen Schädelbruch, der zunächst in Athen behandelt wurde. Neben starken Gedächtnislücken traten auch Sprachstörungen auf, zu deren Diagnose die Athener Ärzte einen Rücktransport nach Deutschland für erforderlich hielten. Vier Tage nach dem Unfall veranlaßte ihr Ehemann daher den Heimflug nach Hamburg. Die Krankenkasse beglich die Flugkosten in Höhe von 31 000 DM nicht, sondern zahlte nur den Transport vom Hamburger Flughafen in die Klinik. afp
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