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Alkohol in der Schwangerschaft: Fetales Alkoholsyndrom unterschätzt

PP 14, Ausgabe März 2015, Seite 102

Hillienhof, Arne

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In der Schwangerschaft sollte jedes Glas Alkohol tabu sein. Foto: picture alliance
In der Schwangerschaft sollte jedes Glas Alkohol tabu sein. Foto: picture alliance

„Drastisch unterschätzt“ wird das Ausmaß schwerer Schädigungen von Kindern durch den Alkoholkonsum von Frauen während der Schwangerschaft. Das berichteten Sachverständige im Gesundheitsausschuss des Bundestages Mitte Februar. Die Experten forderten die Abgeordneten dazu auf, dieses Problem mit geeigneter Vorbeugung, Aufklärung, Diagnose und Behandlung systematisch anzugehen.

In Deutschland werden jedes Jahr im Schnitt 2 000 Kinder geboren, die alle Anzeichen eines fetalen Alkoholsyndroms (FAS) zeigen. Rund 10 000 Kinder haben einzelne Anzeichen des Syndroms. Das FAS steht für die schwersten Formen der Schädigung eines Fötus durch Alkohol und umfasst körperliche, geistige sowie Verhaltensstörungen. Das gesamte Spektrum der vorgeburtlichen Alkoholschädigung wird mit dem Begriff Fetal Alcohol Spectrum Disorders (FASD) zusammengefasst. Die zahlreichen Formen dieser Schädigung sind nach Angaben der Experten sehr schwer zu diagnostizieren, weshalb auffälligen Kindern oft eine andere Krankheit oder Störung zugeordnet würde. Nur etwa ein Fünftel der Fälle werde überhaupt sofort erkannt, der Rest nicht oder erst mit Verzögerung.

Das FAS-Syndrom ist nach Aussage der Experten nicht auf einschlägige Milieus beschränkt. So sei das Trinkverhalten von Frauen mit einem hohen sozialen Status, guten Jobs und breiter Bildung oft ebenso problematisch wie das von Frauen aus sozial niedrigen Schichten. Das Ausmaß des Problems sei in den Kreisen von Kinder- und Frauenärzten, Psychologen, Erziehern und Lehrern noch nicht genügend angekommen. hil

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