ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2015Technologieassistierte Supervision: Eröffnung neuer Möglichkeiten

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Technologieassistierte Supervision: Eröffnung neuer Möglichkeiten

PP 14, Ausgabe März 2015, Seite 133

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Moderne Kommunikationstechnologien halten immer mehr Einzug in die Supervision. Psychologen um Tony Rousmaniere von der University of Alaska Fairbanks sind der Meinung, dass
Videokonferenzsysteme, Cloud Com-
puting sowie Tracking-Software die herkömmliche Supervision bereichern.

Videokonferenzsysteme ermöglichen es, dass sich zwei oder mehr Teilnehmer, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, per Internet vernetzen. Sie können sich gegenseitig hören und sehen und miteinander Dokumente oder Filme ansehen. Außerdem ist es möglich, dass beispielsweise ein Supervisor per Computerkamera eine Therapiesitzung mitverfolgt, ohne dass der Patient davon weiß – ähnlich wie mit Hilfe von Einwegspiegeln. Beim Cloud Computing werden Daten auf einem entfernten Server abgespeichert. Dies ermöglicht einen Zugriff auf die Daten durch unterschiedliche Personen und von jedem beliebigen Ort aus. Eine Tracking-Software ermöglicht es beispielsweise dem Patienten, in einen tragbaren Computer zu mehreren Zeitpunkten Daten zu seinem Befinden einzugeben. Die Software ermittelt die Fortschritte des Patienten und informiert ihn und den Therapeuten anhand von Grafiken über den Therapieerfolg.

Die Vorteile dieser Technologien liegen auf der Hand: kostengünstig, leicht zu bedienen sowie jederzeit verfügbar. Zudem reduzieren sie den allgemeinen Aufwand sowohl für Supervisoren als auch für Supervisanden und Patienten.

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Die Nachteile bestehen in möglichen Sicherheitsmängeln der Software und des Internets, so dass der Datenschutz nicht immer gewährleistet ist. Die Autoren plädieren dafür, die neuen Technologien so sicher wie nur möglich zu handhaben und sie nicht mit den herkömmlichen zu vergleichen, sondern zu entdecken, welche neuen und zusätzlichen Möglichkeiten sie eröffnen. ms

Rousmaniere T, Abbass A, Frederickson J: New developments in technology-assisted supervision and training. Journal of Clinical Psychology 2014; 70(11): 1082–93.

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