ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2015Big Data in der Medizin: Keine Frage nur der technischen Machbarkeit

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Big Data in der Medizin: Keine Frage nur der technischen Machbarkeit

Dtsch Arztebl 2015; 112(11): A-482 / B-410 / C-400

Krüger-Brand, Heike E.

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Big Data – die Erfassung, Speicherung, Analyse und Visualisierung von großen Datenmengen – spielt in der Medizin und auch in der Gesundheitswirtschaft zunehmend eine Rolle. Bildverarbeitung, Genomanalyse, personalisierte Medizin – undenkbar, mit den dort anfallenden Datenmassen ohne IT-Technologie umzugehen. Die Digitalisierung der Gesundheit hat mit der Quantified-Self-Bewegung und dem Trend zur Selbstvermessung zuletzt sogar den gewöhnlichen Alltag von Privatpersonen erfasst.

„Big Data ist der ,Rohstoff des 21. Jahrhunderts‘ und wird – auch in der Medizin – die Welt vielleicht mehr verändern, als wir bisher verstehen, uns wünschen oder wahrhaben wollen“, schreibt der Herausgeber dieses Sammelbandes, Peter Langkafel, Manager für den Bereich Public Sector und Healthcare bei SAP, in seinem Vorwort. Welche Chancen stecken in Big Data für die Medizin und für die Gesundheitswirtschaft, welche Risiken gilt es zu bedenken? 30 Experten nähern sich aus recht unterschiedlicher Perspektive diesen Fragen und geben eine Standortbestimmung.

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„Der Gesetzgeber hinkt hier der technologischen Entwicklung einmal wieder weit hinterher“, kritisiert beispielsweise der Philosoph und Wissenschaftler Albrecht von Müller. Mögliche nicht beabsichtigte Effekte seien in einer Risikobetrachtung zu behandeln und durch Sicherungen zu beherrschen, fordert der Datenschützer Thilo Weichert. Die Verwendung der automatisierten Datentechnik in der Medizin stecke noch in den Kinderschuhen, meint Peer Laslo, Unternehmensberater bei SAP. Nutzen und Risiken beim IT-Einsatz müssten im Hinblick auf Interessen und Rechte des individuellen Menschen gegeneinander abgewogen werden, befinden die Ärzte Rainer Röhrig und Markus A. Weigand. Vorteile für die Nutzer herausarbeiten, Transparenz, Datenschutz und Interoperabilität empfehlen die Industrievertreter Axel Wehmeier und Timo Baumann als die wichtigsten Schritte für eine qualitätsgesicherte, datenschutzkonforme und sichere Nutzung von Big Data im Gesundheitswesen.

Aus diesem Kaleidoskop philosophischer, ethischer, datenschutzrechtlicher, medizinisch-wissenschaftlicher und technischer Ansätze gewinnt der Leser vielfältige Einblicke in die Problematik und den Stand der Diskussion zu einem der beherrschenden Zukunftsthemen. Heike E. Krüger-Brand

Peter Langkafel (Hrsg.): Big Data in Medizin und Gesundheitswirtschaft. Diagnose – Therapie – Nebenwirkungen. medhochzwei Verlag GmbH, Heidelberg 2014, 284 Seiten, gebunden, 69,99 Euro

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