ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2015Schmerzmanagement: Mit Brillen unterversorgt
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In Ihrem Artikel suchen die Autoren verzweifelt nach Ursachen von Kopf bis Fuß und empfehlen die aufwendigsten Diagnoseverfahren und wahrhaft nicht immer kindgerechte . . . Therapien und denken gar nicht an die sicherlich häufigste Ursache von Kopfschmerzen bei Kindern – eine nicht oder unterkorrigierte Hyperopie/Astigmatismus/Anisometropie oder nicht entdeckte und unkorrigierte assoziierte Heterophorie. Der Zwang zu motorischer Akkommodation bei Hyperopie und der motorische Fusionszwang bei Heterophorien führt in sehr vielen Fällen zum Symptom Kopfschmerz und Verspannung. Da circa 35 Prozent der Bevölkerung weitsichtig und circa 15 Prozent stabsichtig auf die Welt kommen, ist die Chance, aus oben genannten Gründen Kopfschmerzen zu bekommen, schon im Kindesalter, wie ich in meiner kinderophthalmologisch ausgerichteten Praxis über Jahrzehnte beobachten konnte, sehr groß und sollte primär in die Diagnostik chronischer Kopfschmerzen einbezogen werden. Eine entsprechende Brille eventuell mit Prismengläsern schafft dann sofort Abhilfe . . . Auch in der Fachdisziplin lässt das Interesse an der Kinderophthalmologie mangels Wirtschaftlichkeit und Zeit ständig nach, leider. Inzwischen nehmen sich Spezialisten aus Optometrie und Ophthalmologie unter dem Dach der Internationalen Gesellschaft für Binokulares Sehen (IVBS) der kindlichen Problematik an.

Dr. med. Fritz Gorzny, Augenarzt, Vizepräsident der
Internationalen Vereinigung für Binokulares Sehen (IVBS), 56068 Koblenz

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