ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2015Fotos im Marta Herford: Malen gegen das Trauma

KULTURTIPPS

Fotos im Marta Herford: Malen gegen das Trauma

PP 14, Ausgabe März 2015, U3

Bühring, Petra

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Die Ausstellung „Frida Kahlo – Ihre Fotos“ zeigt 50 Jahre nach ihrem Tod intime Einblicke in das Leben der mexikanischen Künstlerin.

Frida auf dem Bauch liegend von Nickolas Muray, 1946. Foto: Frida Kahlo Museum
Frida auf dem Bauch liegend von Nickolas Muray, 1946. Foto: Frida Kahlo Museum

Frida Kahlo (1907 bis 1954) wurde mit ihrer einzigartigen Malerei weltbekannt, in der sie ihr bewegtes Leben verarbeitete – ihre Krankheit, ihre Leiden, ihre Fehlgeburten. Als 18-Jährige wird Frida bei einem Busunfall schwer verletzt, ihr Körper von einer Eisenstange durchbohrt. Von den körperlichen Folgen des Unfalls – viele Operationen fesseln sie immer wieder ans Bett – wie von dem psychischen Trauma erholt sie sich bis zu ihrem Tod im Alter von 47 Jahren nie. Zunehmend leidet sie an Depressionen.

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Nach Frida Kahlos Tod öffnete sich ein riesiges privates Fotoarchiv, das noch einmal ganz neue Einblicke vermittelt: Bilder aus dem „Blauen Haus“, von der Familie, ihrem Mann Diego Rivera, ihrem politischen Kampf und ihrem versehrten Körper.

Erstmals in Deutschland präsentiert das Museum Marta Herford 60 Jahre nach ihrem Tod 241 Fotografien aus dieser Sammlung: Aufnahmen berühmter Fotografen wie Man Ray, Martin Munkácsi, Edward Weston, Brassaï, Tina Modotti und anderen verbinden sich mit ihren eigenen Fotos zu einem eindringlichen Dokument ihres Lebens. Für die Tochter eines deutsch-ungarischen Berufsfotografen, der von Deutschland nach Mexiko ausgewandert war, bekam das Medium der Fotografie bereits früh eine Bedeutung. Die Portraits, die Guillermo Kahlo von seiner Tochter aufnahm, zeugen nicht nur von einem selbstbewussten Umgang vor der Kamera, sondern hinterließen bei Frida ein tiefes Bewusstsein für die Kraft der Selbstinszenierung. Der Fotograf Nickolas Muray, mit dem sie auch ein Verhältnis hatte, zeigt sie in sehr verletzlichen intimen Posen (Abbildung). Zusammengestellt wurde die Auswahl von dem Fotohistoriker Pablo Ortiz Monasterio für das Museo Frida Kahlo in Mexico City. Petra Bühring

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