ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2015Unethische Vorgehensweise
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Arbeit ist Grundlage der neuen Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) (1). Die Einflussfaktoren Kondom (verhindert 70 % der Infektionen und 100 % der Läsionen) und Rauchen (bis zu 27-fache Erhöhung für Carcinoma in situ) bleiben unbeachtet (2, 3), trotz Geschäftsordnung der STIKO (andere Möglichkeiten der Prävention). Dies verzerrte schon die Zulassungsstudien in unbekannter Größenordnung, deren Ergebnisse sind fragwürdig. Evidenz und Evaluation ist so nicht erreichbar. Unethisch war es, die Teilnehmer/-innen nicht auf Schutz durch Kondom hinzuweisen. Die Autoren (zum Teil Mitglieder der STIKO) erwähnen unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) kurz, ohne Hinweis auf die Diskussion über die Zukunft der Impfung unter anderem in Japan, Indien, Spanien und Frankreich wegen UAW. Die STIKO erwähnt in ihrer Empfehlung UAW überhaupt nicht. Veröffentlichungen zur Bedeutung der Adjuvanzien, zum Beispiel von Shoenfeld (ASIA-Syndrom) und Exley bleiben unberücksichtigt (4, 5). Die Autoren aller Studien holt die Vergangenheit ein, da als Placebo die Zusatzstoffe ohne den eigentlichen Wirkstoff (virusähnliche Partikel) verwendet wurden. Nicht die Unbedenklichkeit der Impfstoffe wurde untersucht, sondern, ob die Zusatzstoffe dieselben UAW auslösen, wie der komplette Impfstoff. Die Verwendung eines solchen Placebos ist unethisch, weil daraus nur Nachteile entstehen können und auch entstanden – die UAW-Rate des Impfstoffs lag auf „Placeboniveau“. Nutzen- und Risikoabwägung sowie vollständige Aufklärung über Wissen und Wissenslücken sind unverzichtbar – wissenschaftlich, juristisch und ethisch. Das Studiendesign muss Antworten auf Fragen ermöglichen. Und die Postmarketing-Beobachtung muss konkrete Aussagen über Häufigkeiten von UAW liefern: Die Fachinformation für Gardasil gibt für sieben von zwölf UAW „Häufigkeit unbekannt“ an.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0209a

Jürgen Fridrich

klarafridrich@gmx.de

Interessenkonflikt
Herr Fridrich erhielt Honorare für eine Co-Autorenschaft, Erstattung von Teilnahmegebühren, Reise- und Übernachtungskosten sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Tagungen und für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von Libertas & Sanitas e.V. Herr Fridrich ist Vorsitzender von Libertas & Sanitas e.V und Autor des Buches „Impfen mit den Augen des Herzens betrachtet – Tatsachen statt Expertenmeinungen“.

1.
Deleré Y, Wichmann O, Klug SJ, et al.: The efficacy and duration of vaccine protection against human papillomavirus—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 584–91 VOLLTEXT
2.
Winer R, Hughes JP, Feng Q, et al.: Condom use and the risk of genital human papillomavirus infection in young women. N Eng J Med 2006; 25: 2645–54. CrossRef MEDLINE
3.
Gunell AS, Trung NT, Torrang A, et al.: Synergy between cigarette smoking and human papillomavirus type 16 in cervical cancer in situ. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2006; 15:2141–7 CrossRef MEDLINE
4.
Shoenfeld Y, Agmon-Levin N: ASIA – autoimmune inflammatory syndrome induced by adjuvants. J Autoimmun 2011; 36: 4–8 CrossRef MEDLINE
5.
Exley C, Siesjö P, Eriksson H: The immunobiology of aluminium adjuvants: how do they really work? Trends Immunol 2010; 31: 103–9 CrossRef MEDLINE
1.Deleré Y, Wichmann O, Klug SJ, et al.: The efficacy and duration of vaccine protection against human papillomavirus—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 584–91 VOLLTEXT
2. Winer R, Hughes JP, Feng Q, et al.: Condom use and the risk of genital human papillomavirus infection in young women. N Eng J Med 2006; 25: 2645–54. CrossRef MEDLINE
3. Gunell AS, Trung NT, Torrang A, et al.: Synergy between cigarette smoking and human papillomavirus type 16 in cervical cancer in situ. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2006; 15:2141–7 CrossRef MEDLINE
4.Shoenfeld Y, Agmon-Levin N: ASIA – autoimmune inflammatory syndrome induced by adjuvants. J Autoimmun 2011; 36: 4–8 CrossRef MEDLINE
5.Exley C, Siesjö P, Eriksson H: The immunobiology of aluminium adjuvants: how do they really work? Trends Immunol 2010; 31: 103–9 CrossRef MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige