SUPPLEMENT: Perspektiven der Kardiologie

Epigenom entschlüsselt

Dtsch Arztebl 2015; 112(12): [28]

EB

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Freiburger Pharmakologen haben erstmals das Epigenom von Herzmuskelzellen komplett entschlüsselt. Sie versprechen sich davon unter anderem neue Erkenntnisse über die Entstehung angeborener Herzfehler und der chronischen Herzinsuffizienz.

Das Epigenom ist die Gesamtheit der epigenetischen Mechanismen, die darüber entscheiden, welche Gene in einer Zelle aktiv sind und welche nicht. Dabei können wechselnde Umweltbedingungen wie Ernährung, Stress oder Medikamente epigenetische Muster hinterlassen. Solche Mechanismen spielen bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle, ihre Bedeutung für Herzerkrankungen ist aber bisher weitgehend unbekannt. Das Team um Dr. Ralf Gilsbach und Prof. Dr. Lutz Hein hat aus gereinigten Zellkernen per DNA-Sequenzierung hochaufgelöste Karten der DNA-Methylierung – einer der wichtigsten epigenetischen Mechanismen zur Regulierung von Genaktivität – und weiterer epigenetischer Marker aller Gene erstellt. Auf dieser Grundlage haben sie erstmals die epigenetischen Schalter identifiziert, welche die Umschaltung des kardialen Genprogramms während der Geburt sowie bei der Herzinsuffizienz auslösen. Nun soll die Methode verfeinert werden, um auch Gewebeproben von Herzkatheteruntersuchungen analysieren zu können. EB

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