ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2015Öko­nomi­sierung: Widerstand gegen Fremdbestimmung
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. . . Wenn sich immer deutlicher werdende medizinethische Defizite durch ökonomisches Überhandgreifen einstellen, so sollten wir uns der Fremdbestimmung nicht einfach fügen, sondern uns vielmehr wehren. Dabei stehen uns viele Argumente zur Verfügung, unter anderem philosophische wie das Instrumentalisierungsverbot von Kant (1724–1804), wonach Menschen nicht einfach Mittel sind, sondern einen Eigenwert haben („der Mensch ist keine Sache“) oder auch rechtliche, zum Beispiel unter Bezugnahme auf unser besonders gut gelungenes Grundgesetz von 1949 mit dem Ausgang von Artikel 1 (1): „Die Würde des Menschen ist unantastbar . . .“. Auch juristische Festlegungen können eine argumentative Hilfe sein: Wenn eine Chirurgin von der Verwaltungsdirektorin zu mehr operativen Maßnahmen angehalten wird, so kann sie darauf verweisen, dass ein medizinischer Eingriff – so merkwürdig das auch erscheinen mag – juristisch als eine Körperverletzung gilt, deren Strafwürdigkeit nur durch das Einverständnis der Patientin nach erfolgter Aufklärung aufgehoben wird und dass sie als Ärztin der Anstiftung zu (unter Umständen gefährlichen) Straftaten nicht Folge leisten muss.

Wehren wir uns also mit unseren natürlichen Verbündeten, den Kranken und Unfallopfern.

Priv.-Doz. Dr. med. Roland Wörz,
76669 Bad Schönborn

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