ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2015Öko­nomi­sierung: Brillant
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Solch brillante Darstellungen unseres arbeits- und sozialpolitischen Umfelds und dessen Umbau mit dem Ziel der Profitmaximierung für die angelockten Investoren sollten wir öfter zu lesen bekommen! Sie geben der diffusen Unzufriedenheit von Arzt und Patient mit dem Gesundheitssystem einen Namen. Es wird zwar der stationäre Sektor beschrieben, aber in den Praxen, MVZs, BAGs, etc. läuft es im Prinzip genauso.

Dort sind es nicht die DRGs, sondern Regelleistungsvolumina, Quotierungen, Pauschalierung, Fallzahlbegrenzungen, Richtgrößen und Regressandrohung.

Die negativen Auswirkungen des Ausverkaufs unserer Sozialsysteme, hier des Gesundheitssystems, treffen die Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie die Patienten gleichermaßen hart. TTIP und TISA sollen den Umbau erzwingen und zementieren.

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Man nehme ein paar möglichst operativ zu behandelnde Krankheiten, einige teure Geräte, einige Gesundheitsarbeiter oder Leistungsanbieter, die nach fest eingestellten Algorithmen funktionieren, und heraus kommt: Shareholder value! Dass in diesem System nicht jeder gesund wird, ist klar. Aber das ist gar nicht einmal unerwünscht, denn mit Krankheiten kann ja – siehe oben – Shareholder value generiert werden. Solange wir aber nur analysieren und keine Alternativen entwickeln, haben wir diesem System nichts entgegenzusetzen.

Dr. med. Harald Knigge,
60389 Frankfurt am Main

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