ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2015Igel-Monitor der Krankenkassen – Augenuntersuchung: Negatives Urteil

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Igel-Monitor der Krankenkassen – Augenuntersuchung: Negatives Urteil

Rieser, Sabine

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Tendenziell negativ – so hat der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbands (MDS) die Kombinationsuntersuchung aus Augenspiegelung und Messung des Augeninnendrucks bewertet, die Augenärzte zur Erkennung eines Glaukoms anbieten. Sie gehört zum Katalog Individueller Gesundheitsleistungen (IGeL), die gesetzlich Krankenversicherte selbst bezahlen.

Umstrittene Glaukom-Früherkennung: Nach Ansicht von Ophthalmologen lassen sich damit Erblindungen verhindern. Foto: dpa
Umstrittene Glaukom-Früherkennung: Nach Ansicht von Ophthalmologen lassen sich damit Erblindungen verhindern. Foto: dpa

„Der Nutzen wäre gegeben, wenn Sehbeeinträchtigungen verhindert werden könnten“, sagte Dr. med. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs Evidenzbasierte Medizin beim MDS. „Dafür konnten wir in den wissenschaftlichen Studien keine ausreichenden Hinweise identifizieren.“ Ein Nutzen sei aber auch nicht sicher auszuschließen.

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Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands hat dem widersprochen und auf eine Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) aus dem Jahr 2012 verwiesen. „Durch eine Untersuchung des Sehnervs am Augenhintergrund lässt sich ein Glaukom frühzeitig erkennen. Indem der Augenarzt zusätzlich den Augeninnendruck misst, entdeckt er auch den wichtigsten Risikofaktor für die Augenerkrankung“, hieß es damals. Augendruck-senkende Medikamente könnten das Fortschreiten eines Glaukoms verhindern und Sehvermögen retten. Dass eine wirksame Glaukomvorsorge Erblindungen verhindere, sei durch große randomisierte Therapiestudien belegt.

Die Kombinationsuntersuchung des Auges ist Inhalt der jüngsten IGeL-Bewertung des MDS. Diese sind seit drei Jahren unter www.igel-monitor.de nachzulesen. Rie

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