ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2015Bluttest auf Down-Syndrom – Parlamentarier warnen: Eltern geraten in Erklärungsnot

AKTUELL

Bluttest auf Down-Syndrom – Parlamentarier warnen: Eltern geraten in Erklärungsnot

Dtsch Arztebl 2015; 112(13): A-552 / B-472 / C-460

Richter-Kuhlmann, Eva

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die breite Anwendung des Bluttests auf eine Trisomie 21 hat dazu geführt, dass sich erstmals seit 25 Jahren Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen gemeinsam in einer „Kleinen Anfrage“ an die Bundesregierung gewendet haben. Sie befürchten, dass die Möglichkeit für Schwangere, früh und risikoarm das Vorliegen von genetischen Veränderungen beim ungeborenen Kind zu testen, eine gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, diese Angebote auch regelhaft zu nutzen. Dabei teilen sie die Sorge, dass Eltern, die sich gegen den Test oder wissentlich für ein behindertes Kind entscheiden, künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten könnten. Der Deutsche Ethikrat hatte in seiner Stellungnahme „Die Zukunft der genetischen Diagnostik“ bereits vor zwei Jahren auf diese mögliche Entwicklung aufmerksam gemacht.

Risikoarmer Test auf Trisomie 21: Eine Blutprobe genügt. Foto: dpa
Risikoarmer Test auf Trisomie 21: Eine Blutprobe genügt. Foto: dpa

Seit 2012 können Schwangere mit dem Bluttest ihr ungeborenes Kind auf das Down-Syndrom testen lassen. Sie müssen den Test aber aus eigener Tasche bezahlen. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss prüft zurzeit, ob die pränatalen Bluttests gemäß § 137e SGB V erprobt werden sollen. Fiele das Ergebnis positiv aus, könnten die Bluttests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufgenommen werden. ER

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema