ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2015Arzneimittel: Geldströme umleiten
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Prof. Ludwig, der Vorsitzende der AkdÄ, konstatiert: „In Deutschland dominiert weiterhin das Pharmamarketing.“ Aufgezeigt werden in dem Artikel unter anderem der 20-prozentige Anstieg in der Verordnung von Medikamenten ohne Zusatznutzen gegenüber 14-prozentigem Anstieg von beträchtlichem Zusatznutzen. Das ist ja ein Skandal in unserem Gesundheitswesen, dass wir viel Geld ausgeben für nichts, während die sprechende Medizin am langen Arm verhungert. Er fordert einen runden Tisch, um die Vermittlung unabhängiger Arzneimittelinformation zu etablieren. Das ist gut, hoffentlich bringt es auch etwas.

Wenn man sich die Geldströme anschaut, dann klingt es doch pervers: Die Versicherten bezahlen die Krankenkassenbeiträge, die Kassen bezahlen die Medikamente über die Apotheken an die Pharmaindustrie, dabei verdient die Pharmaindustrie so viel, dass diese eine riesige Portion für die Werbung ausgeben kann und auch einen Teil der ärztlichen Fortbildung bezahlt, in der für Medikamente ohne Zusatznutzen geworben wird. Richtiger wäre doch, dass die Krankenkassen den Pharmafirmen (mithilfe des Gesetzgebers) diese beträchtlichen Summen (es geht um Milliarden) vorenthält und sie uns Ärzten gibt für eine unabhängige Fortbildung. Jeder Arzt bekommt dann kostenlos das Arznei-Telegramm und den Arzneimittelbrief und weitere neue unabhängige Zeitschriften, die aus solch einem neuen Fonds bezahlt werden . . .

Wilhelm Breitenbürger, 10997 Berlin

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